Aufsatz 
Heimatkunde von Friedberg und der Wetterau und ihre Verwertung im Geschichtsunterricht
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Der oberste Greve bezieht von allen, seinen richterlichen Entschei- dungen bestimmte Gebühren, auch erhält er jährlich von jedem Bauer einen halben Simmer Hafer.

Vom Grevenhafer sind nach einem Weistum von 1493 befreit die Einwohner von Ilbenstadt, Heldenbergen und Großkarben; die zu Ilben- stadt, weil sie das Holz zum Galgen hauen, bearbeiten und nach Kaichen an die Gerichtsstelle fahren mußten, das Holz selber stellten die Klöster Naumburg und Ilbenstadt. Die Bewohner von Heldenbergen brauchten keinen Grevenhafer zu liefern, weil sie den Galgen aufrichten, die zu Großkarben weil sie den Gerichtsdiener stellen mußten.

Der Dorfgreve bezog eine Gebühr von 20 Pfennig von jedem, der in der Berufung abermals verurteilt wurde.

Gewiß eine interessante Organisation, an deren Ausgestaltung ver- schiedene Zeiten und Anschauungen mitgewirkt haben.

b) Die Fuldische Mark.

Von den im zweiten Abschnitt aufgezählten Wetterauer Marken sind wir am besten unterrichtet über die Fuldische Mark:); sie bietet zugleich das Beispiel eines einheitlichen, geschlossenen Kloster- besitzes und einer klösterlichen Rodung. Mit dieser Mark ragte das Kloster Fulda in das Herz der Wetterau hinein.

Das Gebiet bildete sich vom Ende des 8. bis Ende des 9. Jahr- hunderts durch Schenkungen Karls des Großen, Ludwigs des Frommen und Karls des Dicken und wurde im 11. Jahrhundert von den Mönchen durch Rodungen ausgebaut.

Karl der Große schenkte dem Kloster Fulda unter dem Abt Baugulf(780 802), dem Nachfolger des hl. Sturmius das Dorf Achaz ²) mit grossem Waldgebiet, dem er bald darauf noch Turenheim, das heutige Dauernheim hinzufügte, 790.(Tyrad. Fuld. 45 No.. Schannat, hist. Fuld. in cod. prob. pag. I, II). Echzell scheint vorübergehend wieder dem Kloster entfremdet worden zu sein, unter Ludwig dem Frommen ist es wieder in Besitz des Klosters und Bingenheim dazu erworben 817.(Trad. Fuld. 125 No. 2900), Kaiser Karlder Dickeschenkte dann 885 Berstadt(Perhstat)(Trad. Fuld. 212 No. 523). Im Jahre 951 ver- fügte Otto der Große, daß die Jagd im Forst zu Echzell, die seither

¹) Uber Echzell und die Fuldische Mark. Aus dem Nachlass des verstorbenen Kirchenrats und 1. Pfarrers zu Echzell, Dr. theol. Chr. Aug. Hoffmann, herausgegeben von seinem Sohne Hofgerichtsrat Dr. Emil Hoffmann. Archiv VIII, S. 379 u. f.

²) In dem Worte Achaz steckt das alte aha(Wasser) Weigand, Oberhessische Ortsnamen. Archiv VII erklärt also Achaz, Echezila, Achizuvila, Echezil als das Dorf(vila) am fliessenden Wasser. Hoffmann findet im Wortteil zila das Wort cella wieder; ihm ist Echzell also die klösterliche Niederlassung am fliessenden Wasser.