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Als Grafen mit Amtsbezirken in der Wetterau mõöchte ich folgende erwähnen, wobei die Ortsangaben auch wichtig sind, weil sie Anhalts- punkte für die Ausdehnung des Wettergaues abgeben:
De rebus proprietatis nostre in Wettereiba, in comitatu Adelhardi, in Rosbach vocato loco. Karl der Dicke 884; Salmünster in comitatu Geb- hardi et in pago Wettereiba, Konrad I. 913. In pago Wettereiba in comi- tatu Bruningi Comitis: Buodenesheim, Fuanehach, Heinrich II. an das Michaelskloster zu Bamberg 1015; Affolderbach in pago Wettereiba in Comitatu Ottonis Comitis, Konrad II. 1034;, in pago Wederonbie in Comi- tatu Ottonis situm: Eichen, Sundelingen, Fuerbach, Sulzbach, Konrad II. 1035, hier sind aber Sulzbach und Sindlingen irrtümlich dem pagus Wadereibie zugeschrieben, sie gehören zum Nidgau.
Comitatum Maelstat in Wettereiba, quem comes Bertholdus habere visus est, König Heinrich III. 1043. Predium Wirena dictum situm in pago Wetoroeiba in comitatu Malstatt Bertoldi comitis, Heinrich III. 1046.
Predium quoddam in pago quoddam Wedereiba in comitatu Boertoldi Comitis et loeus ipse Orbaha diecitur, Heinrich IV. 1064. Predium in villis Amene, Fischbrunnen, Stratheim in comitatu Bertholdi Comitis Malstatt situm, Heinrich IV. 1064.
Eine beachtenswerte Stellung nimmt Malstatt ein; sonst wird immer der Name des Grafen genannt, keine Grafschaft also, sondern nur der Graf und zwar nur nach dem Taufnamen. Erst nachdem die Grafen später das ihrer Verwaltung anvertraute Reichsgut als erbliches Privatgut an sich brachten, ſingen sie an sich nach Schlössern zu nennen. Solche von Besitzungen hergenommene Geschlechtsnamen der Grafen und Dynasten kommen nicht vor dem 11. Jahrhundert vor, und in diesem selbst nur sehr sparsam, erst im 12. Jahrhundert werden sie allgemein.
Malstatt aber wird als Grafschaft bezeichnet; das ist bedeutsam! Der Bezirk muß feste, öffentlich-rechtliche Stellung eingenommen haben. Der Name deutet zugleich auf eine Gerichtsstätte hin. Vermutlich fand hier das Gaugericht statt. Den Ort, wonach diese Grafschaft benannt ist, findet Dieffenbach ¹) in der Gegend des jetzt ausgegangenen Bauernheimer Bergwerks, in der Nähe des jetzt noch stehenden Zechenhauses Dann finde ich es gar sinnig, daß diese Stelle jetzt wieder weithin sichtbar ist durch die einsam dort ragende Pappel.
Im 13. Jahrhundert verfiel die Gauverfassung, da die emporstreben- den Dynasten die hohe Gerichtsbarkeit mit dem Blutbann in ihren Ge- bieten erhielten, die Tätigkeit des königlichen Grafen also hinfällig wurde. Ob sich das freie Gericht zu Kaichen unabhängig vom Grafen-
¹) Archiv I, 2. Heft. Siehe auch: Die Grenzen der Grafschaft Malstatt(Assen- heim). Von Assesor a. D. Emmerich. Archiv XI, 2. Heft.


