Aufsatz 
Heimatkunde von Friedberg und der Wetterau und ihre Verwertung im Geschichtsunterricht
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von Lich und Laubach über Usingen bis an die Weil, der Nidda ent- lang bis wo sie die Nidder aufnimmt, nach Fechenheim am Main bis zur Kinzig, der Kinzig entlang nach Gelnhausen, von da über Freien- steinau zum Vogelsberg. 1) Um Irrtümer auszuschließen, wollen wir be- merken, dass der Niddagau nur die Niddamündung umfaßt: Frankfurt, Rödelheim, Vilbel.

In der Wettereiba werden folgende Marken erwähnt: die Dorheimer Mark, die Fuldaer Mark, bestehend aus der Echzeller, Berstädter und Bingenheimer Mark; ferner die Straßheimer, Mörler, Weiseler, Griedeler und Licher Mark.

Die Marken umschließen den ursprünglichen Gemeinbesitz an Feld und Wald; das Holzrecht im Markwald ist der letzte Rest dieses Gemein- besitzes und in den Märkergerichten hat sich die alte Zusammengehörig- keit der Orte am längsten bewahrt.

Der Pagus Wettereiba bildete kirchlich das Archidiakonat Wetterau und stand(nachweisbar 1133) unter dem Propste St. Maria ad gradus oder zu den Greden in Mainz. Diese kirchliche Zugehörigkeit schuf eine enge Verbindung zwischen der Wetterau und Mainz, die uns heute ganz fremdartig vorkommt, so erklärt sich auch in Friedberg das Mainzer Tor und die Mainzer Straße, wofür wir heute sicher Frankfurter Tor, Frank- furter Straße erwarten würden.

Und wie sich die Bedeutung der Orte doch mitunter verschiebt! Das Archidiakonat Wetterau hatte zwei Archiprespyterate mit Land- kapiteln; ihre Sitze waren Södel und Roßdorf bei Windecken. Erst zwischen 1312 und 1315 wird das Archiprespyterat von Södel nach Fried- berg verlegt.

Friedberg selbst war eine Tochterkirche von Straßheim und hatte bis zum Bau seiner Stadtkirche nur eine Kapelle(nebst der Burgkapelle) und pfarrte nach Straßheim, und die Loslösung von Straßheim lehnte König Wilhelm noch 1251 mit dem Bemerken ab, daß er keiner Kirche etwas von ihrem Recht nehmen wolle. Folumus quod ecelesia sice capella in Frideberg que filia est ecelesie matricis in Strasshenm, ipsi matrici ecclesie attinoat de cetero, sicut attinere dicitur, pleno jurę. quia in juro suo nulli ecclesie volumus prefudicium generare. 15. November 1251. U. B. Nr. 25.

.1)Bekannt ist der vulgäre Streit, ob Schotten in der Wetterau liege oder im Vogelsberg; Schotten gehört zum alten Gau Wettereiba, liegt aber im Vogelsberg, dessen ganze Südhälfte zu jenem Gau gehört. Archiv X, S. 283.

Nach Erasmus Alberus geht die Wetterau in der Länge von Gelnhausen bis Kastel-Mainz, in der Breite von Giessen bis Seligenstadt. Wir sehen: die Grenzen schwanken; in vorliegender Arbeit ist die Wetterau mehr im heutigen Sinn verstanden: mit Rücksicht auf die Herkunft unserer Schüler.