Aufsatz 
Heimatkunde von Friedberg und der Wetterau und ihre Verwertung im Geschichtsunterricht
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Die Schenkungen an das Kloster Fulda werden wir in einem andern Zusammenhang berühren.

Im 11. Jahrhundert schenkte die Wetterau der Mainzer Diözese schon einen grossen Erzbischof. den hl. Bardo 1031 51, der zu Oppers- hofen 951 geboren wurde.(NHaprahteshoven in Wettoraria in der Fita Bardonis.) Noch feiert man in Oppershofen seinen Todestag, 10. Juni 1051, als lokalen Feiertag, und die Vorderseite des dortigen Rathauses trägt sein Bild.

Und schon im 10. Jahrhundert erhebt sich in Ober-Mockstadt(in oppido Muggistat) ein Kollegiatstift mit Gütern zu Odoldeshausen, eine Stiftung der Geschwister Hildigunt und Hartmann ¹!) Daß die Wetterau nach den großen Stürmen. die über sie hinweggegangen waren, sich so rasch wieder bevölkerte, wie aus dem Schenkungsverzeichnis des Klosters Lorsch erhellt, verdankt sie unstreitig der Fruchtbarkeit ihres Bodens. Es werden aus den Zeiten der Karolinger(8. und 9. Jahrhundert) schon folgende Orte urkundlich erwähnt:

Echzell(Achas um 800, Echeszila 817), Bingenheim, Dauernheim (Turenheim) 790, Berstadt(Perhstat) 852, Wohnbach(Wanabach) 771, Bellersheim(Baldradesheim später Beldersheim) 768, Bauernheim(Buren- heim) 884. Hungen(Hoinche, Hohungin) 781, Nidda(Nitaha, Nitehe), Laubach(Loubahe), Lich(eilla Lichonis) 788, Leoche 790, Wisselsheim (Wiseinesheim, Wisicheim) 804, Södel(Sodela), Ossenheim(Oscenheim) 807, Dorheim(Doraheim) 801, Eberstadt(Ereistat) 788, Weisel(H'iezila), Butz- bach(Botinesbach) 779, Botisphaden 773, Griedel(cilla Gretvilre, Gredila) 773, Muschenheim(Muscanheim) 774, Trais-Münzenberg(villa Treisen super fluvio Wedereiba) 788, Erlenbach(Arilbah) 780, Eschbach(Aschenbach eum eocclesia S. Lamberti) 774, Beienheim(Bigenheim) 774, Staden(Stetdin) 817, Ockstadt(Hucchenstat) 817, Hollar(Holunlar) 817, Oberwöllstadt (Wulinstat) 813, Mörlen(Moruller marca) 790, Rosbach(Schenkung Karls des Dicken an das Kloster Fulda) 884, Ilbenstadt(Eleistat) 818. Düdelsheim (Dudilisheim) 792, Altenstadt(unter König Pipin Aldenstat 767, Alahstat, Ahalstat), Glauberg(Gloupurch), Karben(Carbah) 817, Rendel(cilla Ranteilre) 780, Heldenbergen(Helidaberga unter Ludwig dem Frommen), Vilbel (Felaila) 774, Eilunala in pago Nithagonne 864, später Filcwilre, Rod- heim(Rodeheim), Peterweil(Phetruwilla, Phetruavilere). 2)

Das sind also die ältest beglaubigten Orte der Wetterau. Während wir unter der Wetterau etwa den Landstrich von Vilbel bis Butzbach in der Länge, in der Breite von Echzell bis an die Höhe des Taunus verstehen, erstreckte sich der alte Gau Wettereiba viel weiter. Er ging

¹) Wagner, Geistliche Stifte I, Nr. 162, S. 348. ²) Oberhessische Ortsnamen von Prof. Dr. Weigand. Giessen. Archiv VII, S. 241.