II. Raifer und Reich.
10. Das deutſche Reickl.
Anknüpfung: In einem hübſchen Gedicht ſagt Max v. Schenken⸗ dorf:„Ich will den Eid nicht brechen, nicht Buben werden gleich, will predigen und will ſprechen von Kaiſer und vom Reich.“ Das wollen wir auch jetzt tun und zunächſt einmal reden vom Reich.
Darſtellung. Wann, bei welcher Gelegenheit und von wem wurde das deutſche Reich errichtetd Wer gab, wann und wie dem deutſchen Volke davon Kunde d(18. 1. 71).
Hatten wir ſchon früher ein deutſches Reich, wann gegründet, wann untergegangen? Was war an ſeine Stelle getreten?d Wonach ſehnte ſich das Volk? Welche Dichter gaben dieſem Sehnen beſonders Aus⸗ druckd Charakteriſtiſche Dichterſtellen d
„Deutſcher Kaiſer, deutſcher Kaiſer ſäumſt Dud Schläfſt Du d Auf, erwache, Reich an Demut und an Macht, So nur kann ſich recht
verklären Unſers Kaiſers heilge Pracht.“ Marx v. Schenkendorf.
„Er hat hinabgenommen des Reiches Herrlichkeit Und wird einſt wiederkommen mit ihr zu ſeiner Zeit.“ Friedrich Rückert.
„Wann, o wann erſcheint der Meiſter, Der, o Deutſchland, Dich erbaut, Wie die Sehnſucht edler Geiſter Uhnungsvoll Dich längſt geſchaut?“ u. ſ. w. E. Geibel.
Wann und wodurch fand für einen Teil Deutſchlands zuerſt eine feſtere Sinigung ſtattd
Run faſſe das alles nochmals zuſammen, und zwar in chrono— logiſcher Reihenfolge!
Das deutſche Reich beſteht alſo aus einzelnen Staaten, die ihre Selbſtändigkeit bis zu einem gewiſſen Grade bewahrt haben, einen Teil ihrer Rechte aber an Kaiſer und Reich abgetreten haben; welche ſchwierige Frage erhebt ſich nund Wie nennt man jenes wichtige Grundgeſetz, das die Rechte der Einzelſtaaten, ſowie die Rechte des Reiches und ſeines Oberhauptes feſtſetzt? Wann wurde die deutſche Reichsverfaſſung erlaſſen?(16. 4. 1871).


