Sie tragen es zur Heimat, Dort bettet man's zur Ruh Und wölbt die kleine Kammer Mit Roſen der Liebe zu.
Und Roſen ſind die Tränen, Die, inniglich vereint
Mit ſeinem teuren Fürſten, Das Heſſenvolk geweint.
Und würden Röslein ſproſſen Aus all des Mitleids Weh, So wäre ein Roſengarten Die weite Roſenhöh!
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An der hherberge zur hyeimat. Vorgetragen von Otto Kemmer IIa.
Es ſtöbert in der Winternacht, Durch öde Straßen fegt der Nord; Er zerrt und zauſt vom dürren Aſt Die letzten toten Blätter fort.
Und doch, im allerkleinſten Raum Soll heute heller Jubel ſein!
Ob's draußen tobt, da drinnen ſtrahlt Der Weihnachtskerzen Zauberſchein.
Nur jenes Schloß liegt öd und ſtill, Zwei Fenſter, ſie ſind kaum erhellt, Aus denen in die Flockennacht
Ein ſpärlich⸗matter Schimmer fällt.
Das Licht verlöſcht— und bald verſinkt Der letzte Raum in tiefe Nacht,
Drin ſtumm ein ſchmerzzerriſſen Herz Des einſt'gen Vaterglücks gedacht.
Die Nacht entweicht, der Morgen graut, Der Flockentanz, er dauert fort; Kaum daß im erſten Dämmerſchein Ein Schatten huſchet hier und dort. Des Schloſſes Pforte knarret auf!— Zwei Männer treten ſtumm heraus; Sie ſchreiten durch die Straßen hin, Sie treten in ein kleines Haus: Nennt Herberg ſtolz zur Heimat ſich; Für Wanderburſchen ein Aſyl,
Dem Bettler wird die Unterkunft
Auf harter Bank ohn Flaum und Pfühl.
Dort ſitzet, an die Wand gelehnt,
Das Elend und die bittre Not;
Nicht Haus noch Heim im Winterfroſt, Kaum Lumpen und ein Biſſen Brot!
Und wie die Zwei den trüben Raum Durchſchreiten ernſt und feierlich, Mit warmem Gruß und milder Gab, Erhebt ein ſtaunend Fragen ſich.
Doch kaum daß man zu fragen wagt: Wer iſt’s, der unſres Elends denkt? Der uns mit Gaben nicht allein,
Der auch mit Liebe ihn beſchenkt!
Da iſt das Bild auch ſchon verweht, Wie Gruß aus einer andern Welt. Doch in der Armut dumpfen Raum Nun auch ein Weihnachtsſchimmer fällt.
Mein hoher Fürſt! Dir hat geraubt Der Himmel was Dir teuer war— Und doch biſt Du im tiefſten Weh
Nicht ganz der Weihnachtsfreuden bar:
Der Ärmſten Dank, das iſt der Strahl, Der warm in Deine Seele dringt;
Ein Weihnachtszauber, rein und hehr, Der Dich und all Dein Volk umſchlingt.
Mit ſolchem Schritte niederwärts Zur Armut und zur Dürftigkeit Haſt Du ein Denkmal Dir geſetzt Bei Deinem Volk für alle Zeit!
Was Dir gebot Dein Edelmut,
Zu lindern Not und Kümmernis, In jener Zeit des tiefſten Wehs, Das Herz und Seele Dir zerriß, Des ſei gedacht auf immerdar!— So lang noch Heſſentreu gekannt, So lange ſei von Kind zu Kind Dein Name ſtolz von uns genannt!
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