Aufsatz 
Der zweite Feldzug Rudolf's von Habsburg gegen Ottokar von Böhmen, nach den Quellen dargestellt
Entstehung
Einzelbild herunterladen

31

1116 r. Pöpfiſches Wohl.

Von den Lehrern wurde nur einer auf einige Wochen durch Unwohlſein ſeiner Berufsthä⸗ tigkeit entzogen; bei den übrigen wurde dieſelbe entweder gar nicht oder doch nur auf kürzere Zeit durch Unwohlſein unterbrochen. Der Geſundheitszuſtand der Schüler war im Ganzen befriedigeud. Doch war ein Secundaner faſt das ganze Schuljahr, ein Primaner das Som⸗ merſemeſter hindurch, ein anderer Secundaner faſt während des ganzen Winterſemeſters durch Krankheit am Schulbeſuche verhindert.

11. Chronik des Gymnaſiums.

Das neue Schuljahr begann am 21. April mit der Prüfung der angemeldeten Schüler, deren Anzahl 36 betrug. Von dieſen wurden 6, welche von anderen Anſtalten des Landes auf die hieſige übergingen, ohne Prüfung aufgenommen; von den übrigen traten, nach dem Ergeb⸗ niſſe der mit ihnen vorgenommenen Prüfung, 15 in die Septima, 1 in die Sexta, 5 in die Quinta, 4 in die Ouarta, 3 in die Tertia, 1 in die Secunda und 1 in die Prima.

Am 23. April verſammelten ſich Lehrer und Schüler in der Aula des Gymnaſiums zur feierlichen Eröffnung des Schuljahres, welcher Gottesdienſt in den Kirchen beider Confeſſionen vorausgegangen war. Die Eröffnungsfeierlichkeit begann mit der Einführung des Unterzeich⸗ neten in ſein neues Amt, welche von Herrn Regierungsrath Dr. Sporer als landesherrlichem Commiſſarius vollzogen wurde. Die inhaltsreiche Rede des Herrn Commiſſarius erwiederte der Unterzeichnete zunächſt mit dem Ausdrucke des Dankes für die gegen ihn ausgeſprochene wohl⸗ wollende und vertrauensvolle Geſinnung, verbreitete ſich dann über die von ihm mit ſeinem neuen Amte übernommenen Verpflichtungen und die Art, wie der ihm durch daſſelbe eröffnete Wirkungskreis von ihm aufgefaßt werde, wobei er nur mit bewegtem Gemüthe der großen Verdienſte ſeines in Gott ruhenden Vorgängers gedenken konnte, wandte ſich dann an die Lehrer des Gymnaſiums, an welche er die Bitte um Vertrauen und um treue Mitwirkung bei ſeinen dem Wohle der für Staat und Kirche ſo wichtigen Bildungsanſtalt gewidmeten Beſtre⸗ bungen richtete, und ſchloß mit Ermahnungen an die verſammelten Schüler, gegen welche er die Erwartung ausſprach, daß ſie mit freudigem Gehorſam ihren Lehrern als Führern auf der Bahn geiſtiger Ausbildung und ſittlicher Veredlung folgen würden. Hierauf vollzog der Director in der Einführung der beiden an das Gymnaſium verſetzten Lehrer, Profeſſor Lade und Con⸗ rector Dr. Eickemeyer ſeine erſte Amtshandlung und verlas dann die Schulgeſetze, auf welche die neu aufgenommenen Schüler verpflichtet wurden. Nach Beendigung der Eröffnungsfeier⸗ lichkeit blieb das Lehrercollegium zu einer Conferenz verſammelt, in welcher insbeſondere der Lehrplan für das neue Schuljahr beſprochen wurde, und am folgenden Tage, dem 24. April, begann in allen Claſſen der Unterricht.

Die Pfingſtferien dauerten vom 22. bis zum 31. Mai.

Am 15. Juni und am 19. Juli wurden von den Lehrern und Schülern des Gymnaſiums, an jenem Tage nach Molsberg und Wallmerod, an dieſem nach Limburg, gemeinſchaftliche Spaziergänge unternommen.

Am 11. Juli waren drei Lehrer des Gymnaſiums, die Profeſſoren Schmitt und Meiſter und der Conrector Dr. Eickemeyer, in Weilburg anweſend, um den dortigen Amtsgenoſſen die Theilnahme des hieſigen Lehrercollegiums an dem am 8. Juli erfolgten Hinſcheiden des Herrn Gymnaſialdirectors Geheimen Regierungsraths Dr Metzler auszuſprechen und an der Beſtattung des Verewigten theilzunehmen.