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Die Austheilung der Cenſuren und die Collocation der Schüler nach ihren Geſammt⸗ leiſtungen erfolgt hierauf, als Privatact der Schule, in den Claſſenzimmern.
Alle Freunde der Jugendbildung, insbeſondere die Eltern und Angehörigen der Schüler, werden um freundliche Theilnahme an der öffentlichen Prüfung und Schlußfeierlichkeit angelegentlichſt gebeten.
Das neue Schuljahr wird Montag den 12. April, 8 Uhr vormittags, im Prüfungsſaale mit Choralgeſang(Nr. 2 des Geſangbuches) und Gebet eröffnet werden.
Anmeldungen zur Aufnahme in das Gymnaſium mnüſſen an einem der drei letzten Tage der Oſterwoche(8., 9. oder 10. April) in den Vormittagsſtunden von 10— 12 Uhr im Conferenzzimmer des Gymnaſiums, unter Vorlage eines Tauf⸗ oder Geburtsſcheines und eines Zeugniſſes über den bisher genoſſenen Unterricht, erfolgen.
Die Angemeldeten haben ſich, wenn nicht unmittelbar vorher ein anderes kurheſſiſches Gymnaſium von ihnen beſucht worden iſt, einer Prüfung zu unterziehen und zu derſelben, mit Feder und Papier verſehen, Montag den 12. April, 8 Uhr vormittags, im Prüfungsſaale des Gymnaſiums einzufinden,
Wer in die Sexta eintreten will, muß in der Regel das neunte Lebensjahr zurückgelegt haben. Die Vorkenntniſſe, welche für dieſe Claſſe verlangt werden, ſind: a) Fertigkeit im deutlichen und nach Verhältniß dieſer Altersſtufe ausdrucksvollen Leſen und im Schreiben deutſcher und lateiniſcher Schrift; b) Fähigkeit, eine kurze Geſchichte mündlich und ſchriftlich ohne allzu grobe Fehler nachzuerzählen; c) Fer⸗ tigkeit im Rechnen der vier Species mit ganzen Zahlen; d) Kenntniß bibliſcher Geſchichten. Vorkenntniſſe in der lateiniſchen Sprache ſind hienach zur Aufnahme in die Sexta, in welcher Claſſe dieſe Sprache von ihren erſten Anfangsgründen an gelehrt wird, nicht erforderlich.
Indem der Unterzeichnete aus ſeinem ſeitherigen Wirkungskreiſe zu ſcheiden im Begriffe iſt, fühlt er ſich gedrungen, allen Freunden des Gymnaſiums zu Fulda in der Nähe und Ferne für das demſelben bei ſo vielen Veranlaſſungen bewieſene große Wohlwollen und Vertrauen ſeinen aufrichtigſten und innigſten Dank, zugleich mit der Bitte um Fortdauer dieſer freundlichen Geſinnungen, hiedurch auszuſprechen. Wenn auch das amtliche Band, welches ihn ſeither mit dem Gymnaſium der ehrwürdigen Bonifaciusſtadt, welche ihm eine zweite geliebte Heimat geworden war, verknüpfte, in wenigen Tagen ſich löſen wird, ſo wird er doch auch in der Ferne der Anſtalt, welche ihm durch mehr als zwanzigjährige Berufsthätigkeit lieb und theuer geworden iſt, die lebhafteſte Theilnahme bewahren und ſtets werden ihr ſeine wärmſten Wünſche ge⸗ widmet ſein. Möge ihr der Segen des Himmels, der ſeither ſo ſichtbar auf ihr geruht hat, durch alle Zu— kunft erhalten bleiben!
Fulda, den 13. März 1858. Rarl Schwarß, Gymnaſial⸗Director.


