39„Fothar hatte, Wenn er sich endlich des Gedankens einer Oberherrschaft über seine Brüder, an welchem er so. lauge festgehalten, entschlagen honnte, alle Ursache, mit dem ihm gewordenen Loose zufrieden zu sein. Der Vertrag auf Ansilla war lür ihn offenhar günstiger als für seine Brüder; diese konntem ihn nicht, ühervortheilen, da ihm ja die WWahl seines Antheils üherlassen war und ohne. Pesdrkniss durfte er daher dem Ausgange der, Theilungsxer handlungen entgegensehen; ja er konnte sogar, im Allgemeinem Wenikstens, voranssehen, welche Läuder, zu seinem Reiche gehören würden, da Baiern und Aquitanien seinen Brücdern verbleihen sollten, mitbin sein Antheil zwischen die Reiche seiner. Prü- ler fallen musste. Nachdem er eine Zeitlang in den Ardennen den, F Dreuden der Jagd sich hingegeben, wandte er sich zu ernsteren Beschäftigungen und als ob er schon Ge- wissbeit darüber hätte, dass der ihm vorlänſig angewiesene Reichsantbeil auch für die Folge sein Eigenthum verbleiben würde, begann ersein Walten in demselben mit einem Acte der Rache, indem er alle diejenigen Groſsen, welehe zur Zeit seiner Flucht von Aachen nach den Rhonegegenden von ihm abgefallen und zur Partei seiner Brüder übergegangen waren, aller ihrer Lehen und Wür- den verlustig erklärte.“) Dass Ludwig und Rarl bei dem Vertrage auf Ansilla das Schieksal die- ser Männer gegen I. athars rachsüchtige Verfolgungen durch eine hesondere Bestimmung ſestzn. stellen vergaſden, gereicht ihnen zu um so gröſserem Vorwurfe, als sie ja wissen mussten, dass von einem Charakter, wie ihn Lothar besass, nichts weniger zu erwarten war, als menschenfreundliche Schouung nnd grofsmüthiges Verzeihen. Auch die kaiserliche Pfalz in Aachen sah ihren Vervüster wieder, ²) der sich ohne Zweifel weniger den trüben Erinnerungen hingab, welche der Schauplatz seiner schmachvollen Erniedrigung in ihm wecken musste, als sich darin geſiel, an dem lauptsitze des Reiches die Rolle des Raisers wenigstens äufserlich fortzuspielen; wie es denn bald nachher seiner Eitelkeit nicht wenig schmeicheln mochte, in Trier eine Gesandtschaft der griechischen Raiserin Theodora und ihres Sohnes Michael empfangen zu können. ³) Als der erste October herannahle, an welehem Tage die Bevollmächtigten der drei Rönige sich in Metz versammeln sollten, nahm er seinen Sitz in dem benachbarten Thionville, 4) um hier in möglichster Nähe Erube der Theilungs- verhandlungen su sein.—— 192
— Rönig Ludwig kehrte aus Aem Lager bei Ansilla über 43 Rheim in seine Staaten zurüick. Seine nächste und vorzüßliehste Sorge war darauf gerichtet, dem Aufstande i in Sachsen, weleher damals eine furchtbare Ilöhe erreicht hatte, endlich ein Ziel zu setzen. Im August versammelte er sceine Vasallen auf der Salzburg, ¹) tral hier die nöthigen Vorbereitungen für den Feldzug und führte dann unverzüglich sein Heer auf den Schauplatz der Empörung. Das Unternchmen hatte den vollständigsten Erfolg; die Stellinga wurden zu Doden geworken, aller Widerstand gehrochen, die kirchlichen und politisehen Schöpfungen Rarl's des Grofsen, wo sie vernichtet waren, wiederherge- stellt und das fast zertrümmerte Gebäude der fränkischen Staatsgenvalt zvieder emporgerichtet. Leider konnten, wie es scheint, diese Erfolge nur durch die härtesten Mafsregeln erreicht werden. Ludwi s lieſs
1) Nith. I. c. Lodharius autem am, ut sibi videbatur, de electione regni partium secuxrus, Arduennam venath Peuit, omnesque Primoros sude Peanis populj qui a se, dum a regno habiret, necessitate coacti Aesirerant, onoribus Privavit. 11, 57 2) Ann. Xant. 1. G.. 3) Prud. Trec. J. c. Lotharius Ies Tugnetem Trexerorum legatos Graecorum suscipit.
4) Prud. Trec.. aae abso* ii dem Ncit tempore palatio quod Theodonis villa dicitur, resedit. 5) Ruod. Fuld. 1.
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