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gehen; der ihm zuerkannte Reichsantheil sei offenbar dem nieht gleich, welehen jene sich zugedacht hätten;!) auch würde er, wenn er das Anerbieten seiner Brüder annähme, seine Getreuen in eine sehr traurige Lage versetzen, da er bei einem verhältnissmäfsig so beschränkten Gebiete sie weder für die ihm geleisteten Dienste würdig belohnen, noch für die erlittenen Verluste gehörig entschädigen könne. ²)
Durch diese Aeufserungen Lothar's sahen die Gesandten der Verbündeten die Beendigung des Bruderkrieges, auf welche sie mit Zuversicht gerechnet hatten, von neuem in Zweiſel gestellt. Die allgemeine Sehnsucht der Völker nach Frieden, welehe sie selbst theilten, war ihnen bekannt; es schmerzte sie, den Zweck ihrer wichtigen Sendung vereitelt zu schen und sie waren überzeugt, dass diese neuen Verwickelungen auch ihre Rönige tief niederschlagen und dass dieselben, aus Liebe zu ihren Völkern, sich gern entschliefsen würden, um den Preis des Friedens auch noch gröſsere Opfer zu bringen; auch besafsen sie nicht Umsicht genug, um sich durch die schlane Gewandtheit Lothar's, der sie mit seinen Ränken zu umspinnen wusste, nicht tänschen zu lassen; kurz, sie über- schritten ihre Vollmacht und liefsen sich gegen Lothar zu der Erklärung herbei; dass sie aus eige- ner Machtvollkommenheit, aber von der Zustimmung ihrer Rönige fest überzeugt, das ihm zuge- dachte Gebiet noch von der Maas bis zum carbonarischen Walde auszudehnen hereit scien.*) Wollte Lothar, fügten sie hinzu, sich dazu verstehen, das durch dieses nene Zugeständniss vermehrte Ge- biet, bis zu einer Zusammenkunft mit seinen Brüdern, üher deren Zeit er sich demnächst mit den- selben einigen könne, vorläufig anzunchmen; so wollten sie, die Gesandten, sich eidlich verpflieh- ten, ihre Könige zu einer nochmaligen Dreitheilung des ganzen Reiches, mit Ausschlufs von Lango- bardien, Aquitanien und Daiern, zu bestimmen, nachdem dieselben vorher eidlich angelobt hätten, bei dieser Theilang nach ihrem besten Wissen und Gewissen zu verfahren; und es sollte dann, was offenhar der wichtigste Vortheil war, welchen sie Lothar'n einräumen konnten, diesem über- lassen bleiben, welcheu der drei Theile er für sich auswählen würde.*) So würde endlich dem Frankenreiche der Frieden zurückgegeben werden; Ludwig und Rarl würden Lothar zeitlebens. im ruhigen Besitze des von ihm gewählten Gebietes lassenz wofern auch er seine Brüder in der Re- gierung ihrer Läuder nicht stören und beunruhigen wolle. Um endlich Lothar'n volles Vertrauen zu ihren Vorschlägen einzuflöſsen, versicherten die Gesandten, dass, wie sie sich mit einem feier- lichen Eide verpllichtet hätten, die Zustimmung ihrer KRönige zu den im Namen derselben von ih- nen gemachten Verheiſsungen au erwirken, so auch die Könige das eidliche Versprechen geben würden, die Zusagen der Gesandten in ihrem ganzen Umfange zu erfüllen.5) Lothar genehmigte alle diese Anerbietungen und verpflichtete sich ebenfalls durch einen Eidschwwvur, auch seinerseits ganz im Sinne der von den Gesandten gemachten Vorschläge zu handeln, vorausgesetzt, dass seine Brü- der das auch wirklich erfüllen würden, was die Gesandten sich zugetraut hätten, im Namen derselben
1) Nith. J. c. se non esse contentum in eo quod fratres sui illi mandaverant, quia aequa portio non esset.
2) Nith. 1. c. querebaturque insuper suorum qui se sequuti sunt causam, quod in praefata parte quae illi offerebatur, non haberet unde illis ea quae amittebant restituere posset. 1
3) Nith. 1. c. Quamobrem ignoro, qua fraude decepti, hi qui missi fuerant augent illi supra definitam partem usque in Carbonarias.
4) Nith. I. 8. essetque super his sua electio, ut quam vellet harum acciperet.
. 5) Nith. I. c. ac diebhus vitae suae eandem illi concederent, in eo quod ille illis similiter faceret et haec
omnia si aliter mon crederet, sacramiento sic se facturos promitterent. 1


