Aufsatz 
Geographische Naturkunde von Kurhessen
Entstehung
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2 §. 2. Erhebungs-Verhältnisse im Allgemeinen.

Kurhessen bildet eine Stufe in dem Uebergang von der norddeutschen Ebene zu dem süddeutschen Hochlande und wird überall von Berg- und Hügelgruppen mit Thalebenen von 350 800" Höhe durchzogen. Da diese kleineren und grösseren Berggruppen nur die niedrigeren Theile und Aus- läufer derjenigen Hauptgebirge sind, welche in den augren- zenden Staaten liegen, so nennt man Kurhessen ein Berg- und Hügelland, und in Verbindung mit den deutschen Gebirgen wird es mit dem Namen hessisches Berg- und Hügelland bezeichnet. Der gebirgigste Theil Kurhessens ist der Bezirk Schmalkalden, indem derselbe einen Theil des Thüringerwaldes umfasst und im N. O. von 2500" hohen Bergen begrenzt wird. Der Lauf der Fulda, Werra, Schwalm etc. weisen auf die Hauptabdachung Hessens gegen N. hin, während der Lauf der Lahn eine südliche des südlichen Bezirks Marburg und der Lauf der Kinzig eine südwest- liche Abdachung des Bezirkes Hanau zeigen und dennoch ergiessen sich alle Gewässer Kurhessens in die Nordsee. Eine Ebene findet sich nur um Hanau; weniger bergig sind Gegen- den an der Weser im Bezirke Rinteln und an der Schwalm.

Das Rhöngebirge liegt mit seiner Hauptmasse im Königreiche Baiern, das Vogelsgebirge im Grossherzog- thum Hessen-Darmstadt, der Thüringerwald in den säch- sischen Herzogthümern und Schmalkalden, der Wester- wald zwischen Lahn, Rhein und Sieg im Herzogthum Nassau und der Proviaz Westphalen und der Speshard im König- reiche Baiern.

Das Rhöngebirge hängt theils mit den Ausläufern des Frankenwaldes, theils mit der nordfränkischen Berg- und Hügelplatte zusammen und breitet sich zwischen der fränki- schen Saale, der Werra und der Fulda, zwischen beiden letztern Flüssen in der Hauptrichtung nach N. aus, und hat nach dieser Ausdehnung eine Länge von 30 Stunden bei einer Breite von 4 10 Stunden. Man unterscheidct im