Ungedruckte Briefe des Prinzen Leopold von Hessen-Homburg und seiner Geschwister. 1804-1813.
Vorwort.
Am 23. Oktober 1670 gab der Grosse Kurfürst in Berlin ein glänzendes Fest zur Feier der Vermählung seiner Nichte Luise Elisabeth mit Prinz Friedrich von Homburg, dem späteren Land- grafen Friedrich II. mit dem silbernen Bein. Am 12. Januar 1804 wurde abermals ein Ehebündnis geschlossen zwischen dem Hause Hohenzollern und dem Homburger Fürstenhause: Prinzessin Marianne wurde die Gemahlin des Prinzen Wilhelm von Preussen.
Nicht zwei Jahre verflossen, da traf den preussischen Staat mit vernichtender Wucht der Schlag von Jena. Die königliche Familie musste aus Berlin fliehen. In dem rauhen Nordosten der Monarchie, an den brausenden Wogen der Ostsee war Prinzessin Marianne die Genossin und Trösterin der Königin Luise. Täglich waren die edlen Frauen zusammen und im Schmerz über Preussens Zerstückelung flossen ihre Thränen gemeinsam; gegenseitig halfen sie sich, die Bedrängnis der furchtbaren Zeit tragen mit gleichem Opfermut und gleicher Seelengrösse.
Zwei Brüder der Prinzessin Marianne waren Offiziere im preussischen Heere und hatten das Unglück des Jahres 1806 in seiner ganzen Schwere zu erdulden. Lange mussten sie harren, bis die Zeit kam, wo es ihnen vergönnt war, für die Vertreibung des fremden Zwingherrn und für die Wiederherstellung des preussischen Staates auch ihr Blut zu opfern.
In seinem verdienstvollen Werke„Landgraf Friedrich V. von Hessen-Homburg und seine Familie“ Rudolstadt 1878, hat Karl Schwartz das Leben aller elf Kinder des Landgrafen Friedrich geschildert, und Wilhelm Baur hat 1886 unter dem itel: „Prinzess Wilhelm von Preussen, geborene Prinzess Marianne von Hessen-Homburg“ ein schönes Lebensbild dieser edeln Fürstin ent-
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