Aufsatz 
Die gegenwärtige Bedeutung des mathematisch-physikalischen Unterrichts an Gymnasien.
(Entsprechend der Zirkularverfügung vom 31. März 1882.)
Entstehung
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dieses Zustandes erklärt sich aus der Ungewißheit der Wirkung, welche die Errichtung des Staats-Gymnasiums auf die Frequenz unserer Anstalt ausüben wird. Erst mit der Eröffnung desselben, Ostern 1888, wird sich erkennen lassen, ob eine Reduktion unserer Schule möglich ist, oder ob sie ihre 18 Klassen behalten muß. Wir dürfen hoffen, daß mit diesem Zeitpunkt die schwebende Frage endgiltig geregelt und die Verhältnisse unserer Austalt jene Beständigkeit wieder erlangen werden, die sie auf die Dauer nicht entbehren können.

An die Stelle des Herrn Bernhard ist durch Beschluß des Kuratoriums vom 23. Februar d. J. Herr Heinrich Sandrock, z. Z. in Eisenach in der Ableistung seines Militär-Dienstjahres begriffen, berufen.

Die durch das Ausscheiden des jetzigen Königlichen Gymuasial-Direktors Herrn Prof. Dr. Fischer(s. vorj. Programm S. 38) freigewordene Stelle blieb mit Genehmigung der vorge- setzten Behörden während des gauzen Schuljahrs uunbesetzt. Die Vertretung übernahmen die Lehrer der Anstalt. Die Vakanz wurde erledigt durch Aufrücken der Lehrer in den Gehalts- klassen; Herr Dr. Römer wurde zum Oberlehrer befördert, außerdem Herrn Dr. Cuers der Oberlehrertitel verliehen. In die frei werdende ordentliche Lehrerstelle ist Herr Dr. Knögel vom Gymnasium in Montabaur berufen, der Ostern sein Amt antritt.

Zu Beginn des Schuljahrs trat Herr Goez als Probekandidat am Gymnasium ein, mit dem Anfang des Wintersemesters Herr Sauerwein. Die beiden Probekandidaten Herr Koch und Herr Zint verließen uns mit dem Schluß des Sommersemesters. Letzterer, der sich während des Winters in der Turnlehrerbildungsanstalt in Berlin ausgebildet hat, wird voraussichtlich im nächsten Sommer 6 Turustunden in Vertretung des Turninspektors übernehmen.

2. Festlichkeiten, Prüfungen, Konferenzen.

Das Maifest feierte die Anstalt am 20 Mai. Die Ausflüge erstreckten sich in die nähere und weitere Umgebung. Die OIl ging von Weinheim durch den Odenwald nach Neckarge- münd, wo sie mit der Ml2 zusammentraf. Die MII machte von Bingen aus einen Marsch, die Ol2 zog nach dem Feldberg und Idstein, die OIIl nach Lorch, MIII: Kreuznach- Eberburg, OII2: Otzberg und Breuberg, OIIII: Niedernhausen, Platte, Wiesbaden, MII2 und MIIIi: Niederwald, OIII2: Frankenstein, Seeheim, MIII2: Odenwald und Auerbach, OIV: Seeburg, MIV: Felsenmeer und Auerbach, OV: Großauheim, MV, OVI und MVI: Wilhelmsbad.

Das Sedanfest wurde durch einen gemeinsamen Auszug des ganzen Gymnasiums in den Frankfurter Wald nach der Oberen Schweinstiege gefeiert. Ein Sängerchor, der sich im Laufe des Sommers bildete und durch die eifrigen Bemühungen unseres Gesanglehrers Herrn Schmidt und die rege Teilnahme der Schüler, besonders der Primaner, es bereits zu sehr erfreulichen Leistungen gebracht hat, trug von der Festhalle mehrere patriotische Lieder vor. Herr Dr. Wirth hielt die Festrede. Dann verteilten sich die Klassen im Walde zu Turnspielen. Wegen der übergroßen Hitze wurden die Schüler gegen Mittag von Station Forsthaus durch Extrazug zurückbefördert.

Zur Entlassungsprüfuug des Michaelistermins waren 14 Oberprimaner angemeldet. Das schriftliche Examen wurde vom 11. bis 17. August abgehalten. Die mündliche Prüfung fand am 31. August und 1. September unter dem Vorsitz des Herrn Provinzial-Schulrats Dr. Lahmeyer