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hatte. An seine Stelle trat Herr Dr. Froning, der über seine Personalien folgendes berichtet.
Richard Froning, geboren den 19. Februar 1859 als Sohn des Lehrers M. Froning zu Lindenhorst bei Dortmund, besuchte von Ostern 1869 ab das Gymnasium zu Dortmund und absolvierte dasselbe zu Ostern 1877. Er studierte zuerst Medizin, wandte sich aber bald der Geschichte zu, promovierte Sommer 1881 zu Göttingen mit der Dissertation:»Die beiden Frank- furter Chroniken des Johannes Latomus und ihre Quellen« und wurde daraufhin September 1881 als wissenschaftlicher Hülfsarbeiter an das hiesige Stadtarchiv berufen. Als solcher bearbeitete er die Frankfurter Chroniken des Mittelalters für den Druck und war zugleich von April 1882 bis Oktober 1885 Mitarbeiter an den von der historischen Sektion bei der Königl. Akademie der Wissenschaften zu München herausgegebenen Reichstags-Akten des Mittelalters. Von April 1883 bis Mai 1884 fungierte er als Stellvertreter des anderweit beschäftigten Frankfurter Stadtarchivars. Sommer 1884 bestand er das Examen pro facultate docendi, absolvierte von Oktober 1884 bis Oktober 1885 an der Klingerschule dahier sein Probejahr und wurde darauf noch bis Ostern 1886 an dieser Anstalt als wisseuschaftlicher Hülfslehrer beschäftigt.
Mit Beginn des Wintersemesters, das am 11. Oktober seinen Anfang nahm, gab der Lehrer der katholischen Religion, Herr Kaplan Gombert, seine hiesige Stellung auf, um eine Pfarrstelle in Daisbach im Taunus zu übernehmen. Wiewohl er nur kurze Zeit— 1 ¼ Jahr— am Gymnasium wirkte, hinterließ er doch bei Lehrern und Schülern ein freundliches Andenken. Au seine Stelle trat Herr Kaplan Dr. Luschberger.
Am 20. Januar 1887 starb Herr Turninspektor Danneberg, nachdem er durch ein längeres Leiden schon während des größeren Teiles des Schuljahrs an der Erteilung seines Unterrichts verhindert gewesen war. Er war ursprünglich, Herbst 1871, als Lehrer am Gym- nasium angestellt(S. Programm 1872 S. 98 und 99) und bewahrte auch später, als sein Wir- kungskreis außerhalb der Schule sich vergrößerte und die nähere Verbindung sich löste, unserer Austalt stets eine besondere Anhäuglichkeit, sowie auch das Lehrerkollegium des Gymnasiums nie aufgehört hat, ihn unter die seinigen zu rechnen. Sein offener, treuer und ernster Sinn, sein freundliches und entgegenkommendes Wesen gewannen ihm die Achtung und Liebe aller, die ihm näher traten. Er verstand es, dem Turnunterricht jene höhere erziehende Bedeutung zu geben, die ihn über die Betreibung einer Leibesübung hinaushebt. Seinen Schülern flößte er zugleich Liebe zur Sache und den Sinn für Zucht und Ordnung ein. Wenn auch in der letzten Zeit nur mit 6 Stunden wöchentlich an unserer Anstalt beschäftigt, hat er doch fort- während einen erheblichen Einfluß auf den gesamten Betrieb unseres Turnunterrichts ausgeübt. Unsere Jugend verdankt ihm insbesondere die eifrige Pflege, welche die Turnspiele gerade in Fraukfurt gefunden haben. An dem Begräbnis beteiligte sich das Lehrerkollegium und ein größerer Teil der Schüler.
Mit dem Schluß des Wintersemesters verläßt uns der provisorische wissenschaftliche Hülfslehrer Herr Bernhard, um, einem ebrenvollen Rufe folgend, als ordentlicher Lehrer an die Musterschule überzugehen. Wir verlieren den wackeren Kollegen und tüchtigen und eifrigen Lehrer sehr ungern; er hat es verstanden, seine Schüler gründlich zu fördern und zugleich ihre Herzen zu gewinnen. Wir wünschen ihm gleich erfolgreiche Wirksamkeit in seinem neuen Berufskreise.— Der häufigere Wechsel unter den jüngeren Lehrkräften, eine Folge der großen Zahl von 5 provisorischen Lehrern, ist unserer Schule nicht zuträglich. Die längere Dauer


