Aufsatz 
Aus der Mainzer Vergangenheit. Aufsätze zur Belebung des Geschichtsunterrichtes : 2. Teil
Entstehung
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S. 434); am 30. Juli 1809 Te Deum wegen der Siege bei Engersdorf und Wagram(6. Juli 1809)(Ebenda S. 434).

Mit der letztgenannten Feier schließen, soweit sich über- sehen läßt, die französischen Veranstaltungen bei politischen Anlässen. Wenn sie erst mit der Tätigkeit des Bischofs Colmar einsetzen, so haben doch nicht in ihm allein die jedes- maligen Entschließungen ihre Ursache. Am 20. Februar 1806 erging ein Dekret, demzufolge der Mariae Himmelfahrtstag (15. August) eines jeden Jahresals Tag des h. Napoleon und der Wiederherstellung der katholischen Religion in Frankreich gefeiert werden sollte. Dem Gottesdienste und der Prozession bei diesem Anlaß hatten die Zivil- und Mili- tärbeamten beizuwohnen. In allen, auch in den reformierten, Kirchen sollte an diesem Tage ein Te Deum stattfinden, um Gott für den Geburtstag des Kaisers zu danken. Das Jahres- gedächtnis der Kaiserkrönung und der Schlacht bei Austerlit⸗ sollte ebenfalls in den Kirchen begangen werden. Insbeson- dere war der Geistliche verpflichtet, eine Rede über den Ruhm der französischen Armeen und die Pflichten zu halten, die der Bürger dem Fürsten und dem Staate gegenüber hatte. (Bockenheimer S. 419.) Weiterhin bestimmte am 2. August 1806 der Präfekt des Departements vom Donnersberg, indem er einer Weisung des Ministers des Innern Folge gab, die Art, wie der 15. August, der Geburtstag Napoleons, gefeiert werden sollte. UÜber den Verlauf des Festes und die dabei zutage getretene Gesinnung der Bevölkerung hatten die Unter- präfekten an den Präfekten zu berichten(Bockenheimer S. 423). Der feierliche Gottesdienst, der am 9. November 1806 im Dome anläßlich des Sieges bei Jena stattfand, war von Napoleon durch einen Brief an Bischof Colmar, Datum Weimar, den 15. Oktober, also am Tage nach der Schlacht bei Jena, angeordnet(Bockenheimer S. 425). Nach einem Entwurfe der Bürgermeisterei Mainz, den der Präfekt ge- nehmigte, sollte von 1808 an der Geburtstag des Kaisers auch in weltlicher Weise, durch Beleuchtung der Stadt und öffent- lichen Tanz auf dem Tiermarkte, gefeiert werden(Bocken- heimer S. 431). Um der geschichtlichen Gerechtigkeit willen mag nicht unerwähnt bleiben, daß die französische Regierung gestattete, für den am 25. Juli 1802 in Aschaffenburg verstor- benen letzten Kurfürsten Friedrich Karl Joseph von Erthal am 9. August 1802 in allen Mainzer Pfarrkirchen ein Toten- amt zu halten(Bockenheimer S. 396).