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fast ein Jahr dauerte. Eine Entscheidung schien nähergerückt, als es den Franzosen im September 1795 gelang, Mainz auch von der rechten Rheinseite zu umzingeln. Am 29. September 1795 forderte der französische Divisionsgeneral Schaal die UÜbergabe der Festung. Es rückte aber der österreichische General Clerfayt von Babenhausen heran und entsetzte am 29. Oktober 1795 die hart bedrängte Stadt.¹) Nach Clerfayts ruhmreichen Unternehmen verstärkte man die Festung Main⸗z durch die Anlage neuer Schanzen, zunächst auf dem linken, dann auf dem rechten Rheinufer. Eine abermalige Ein- schließung von Mainz dauerte unter dem General Marceau vom 24. Juli 1796 bis zum 7. September 1796; der Sieg des Erzherzogs Karl bei Würzburg veranlaßte Marceau an diesem Tage zum Abazuge.
Das Schicksal von Mainz und dem linksrheinischen Teile des Kurstaates sollte nicht mit Waffen, sondern auf diplo- matischem Wege entschieden werden.
d) In der Zeit vom 30. Dezember 1797—4. Mai 1814 ²)
Nachdem Preußen, Württemberg und Baden bereits in die Abtretung des linken Rheinufers eingewilligt hatten, mußte sich österreich unter dem Zwange seiner Verhältnisse und Lage im Frieden von Campo Formio(17. Oktober 1797) zu dem gleichen entschließen. In einem geheimen Artikel erklärte es sich damit einverstanden, daß das linksrheinische Gebiet von Basel bis Andernach mit Mainz an Frankreich überging. Spätestens nach einem Monat sollte in Rastatt ein Kongreß stattfinden,3) um über die Reichsangelegenheiten zu verhandeln. Da die Mainzer Bürger nur von dieser geplanten Zusammenkunft, nicht aber von dem geheimen Artikel Kenntnis erhielten, so waren sie sehr hoffnungsvoll und glaubten, einem segensreichen Frieden entgegenzugehen. General Bonaparte, einer der drei Vertreter Frankreichs, benutzte seinen kurzen Aufenthalt in Rastatt(25. November bis 1./2. Dezember 1797) dasu, u. a. folgende Zugeständnisse von österreich zu erzwingen: 1. Die österreichischen Truppen
1) Uber den Dankgottesdienst am 12. November 1795 vergl. Bockenheimer, Wie Mainz zum zweitenmal an Frankreich kam S. 33. General Clerfayt ließ das Gnadenbild Mariens, das sich vor- dem in Liebfrau befand und damals wie heute in der Augustiner- kirche verwahrt wurde, aus Dankbarkeit wegen des errungenen Sieges wit neuen Zieraten von Holz umkleiden. Falk, Heiliges Mainz
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2) K. G. Bockenheimer, Geschichte der Stadt Mainz während der zweiten französischen Herrschaft(1798— 1314) Mainz 1890.
³) Bockenheimer, Wie Mainz zum zweitenmal an Frankreich kam, 2. Buch„Kurmainz auf dem Rastatter Kongresse“ S. 59— 116.


