Aufsatz 
Aus der Mainzer Vergangenheit. Aufsätze zur Belebung des Geschichtsunterrichtes : 2. Teil
Entstehung
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den Grafen von Courval, den seitherigen Kommandanten von Oberlingen, zurück.

Daß vor dem Eintreffen der Franzosen in der Umgegend von Mainz große Unsicherheit herrschte, beweisti) der 6. Ar- tikel der Urkunde vom 17. September 1644. In ihm heißt es: Mit Paß und Repaß sollen auch diejenigen versehen werden, so sich eine Zeitlang zu Entfliehung deren auf dem Lande vor Augen geschwebter Gefahr und Ungelegenheiten sich vor Herbeynahung deß Königlichen Exercitus in hiesige Stadt begeben, und nunmehr zu den ihrigen sich wieder zu ver- fügen resolvirt und entschlossen seyn mögen. Diese Un- sicherheit, die vor dem 17. September 1644 die Bewohner des flachen Landes in die befestigte Stadt trieb, dauerte fort, als die Franzosen Mainz besetzten. Nach der Stadtaufnahme vom 26. November 1644 hatten sich Bewohner aus folgenden Orten der Umgegend nach Mainz geflüchtet: Algesheim, Als- heim, Biebrich, Bierstadt(Bürstatt), Bischofsheim, Boden- heim, Bretzenheim, Drais, Ebersheim, Erbenheim, Finthen, Framersheim bei Alzey, Gaubischofsheim, Gonsenheim, Harx- heim, Hechtsheim, Heidesheim, Heiligkreuz bei Mainz(der Glöckner und der Hofmann), Hochheim a. Main, Kastel, Klein-Winternheim, Kloppenheim, Kostheim, Laubenheim, Lörzweiler, Mombach, Mommenheim, Nackenheim, Niederolm, Oberolm, Saulheim, Schierstein, Sörgenloch, Sulzheim, Vilz- bach bei Mainz, Weisenau(Dorf und Kloster), Wicker, Wies- baden, Winternheim, Wörrstadt, Zahlbach und Zornheim.

Während vor dem 17. September 1644 die kaiserlichen und kurfürstlichen Truppen der Schanze von den Franzosen beunruhigt wurden, unternahmen jetzt jene Streifzüge, um diese aus dem Besitze der Schweickhardtsburg zu drängen. Der Verbesserung und Verstärkung der Festungswerke wid- meten die Franzosen große Aufmerksamkeit. Zu diesem Zwecke hatten sie in Mainz einenfranzösischen Baumeister²) Ein Schreiner war angewiesen,³)daß er uf feuern, so von den fröhnern uf der schancz des nachts möchte gebraucht werden, achtung gebe. Es arbeiteten demnach Einwohner der Nach- bardörfer des Nachts im Frondienste auf der Schanze.

Der Kleinkampf dauerte in dem Erastift fort. Der kaiser- liche Generaladjutant Garnier, der im September 1646 die Schweden aus Aschaffenburg und Groß-Steinheim vertrieb, versuchte¹) sich im August 1647 der Stadt Mainz zu bemäch- tigen, aber sein Anschlag mißlang.

1) A. a. O. S. 8323.

2) Mainzer Stadtaufnahme 1644(Mainz. Stadtarchiv) Nr. 247. ³) A. a. O. Nr. 924.

4) Lebensbeschreibung aller Bisch- und Erzbischofen S. 333 ff.