Aufsatz 
Aus der Geschichte der Schule
Entstehung
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Mit dem Jahre 1915 beginnt ihr allmählicher Abbau, Oſtern 1922 endet ſie mit zwei VII Klaſſen. Hier iſt nicht der Ort, um die bewährte Lorſchule in ihrer jahrelangen er⸗ folgreichen Corbereitung unſeres Nachwuchſes zu würdigen. Ihr Lerluſt wurde jedenfalls ſchwer empfunden. In die leerſtehenden Räume mußten die zahlreicher gewordenen Grund⸗ ſchulklaſſen eingewieſen werden. Als Gaſtklaſſen können wir Schüler der Schwarzburg— Reformſchule und in den letzten zwei Jahren 6 Grundſchulabteilungen der Glauburgſchule in unſerem Gebäude unterbringen.

Durch den Abbau der Lorſchulklaſſen war ſomit, ſchneller als man es erwarten konnte, Platz für den Ausbau der Realſchule entſtanden. Aber auch die Eſchersheimer Real⸗ ſchule wollte Oſtern 1919 mit einer Oberſekunda die Oberſtufe beginnen. Geheimrat Dr. Winneberger verhandelte zunächſt mündlich mit dem damaligen Lorſitzenden des Schulausſchuſſes(Kuratorium), Herrn Stadtrat Prof. Dr. Ziehen. Auch eine neue Ein- gabe wurde an den Magiſtrat gerichtet, die die alten Wünſche mit ihrer alten Begründung nochmals wiederholte. Man wollte endlich auch einmal die Früchte der Arbeit ernten, die von unten herauf geleiſtet wurde.

Wiederum haben ſchulgeographiſche Geſichtspunkte und Ende 1918 auftretende Geld- ſchwierigkeiten der Stadt einerſeits der Eſchersheimer Anſtalt die Oberſtufe gegeben, andererſeits die Errichtung zweier Oberſtufen zu gleicher Zeit als undurchführbar erſcheinen laſſen. Nun waren in allen Stadtteilen Oberrealſchulen eingerichtet, der Adlerflychtſchule war aber jede Hoffnung auf Weiterentwicklung geſchwunden. In dem Schuljahr 1921/22 und 192425 konnte nur eine Unterſekunda gebildet werden. Öſtern 1925 reichten die Anmeldungen nur für eine Sexta aus; es war der Zeitpunkt, in dem die Grundſchule, die nach dem Geſetz vier Jahre lang beſucht werden muß, mit der V. Klaſſe begann und nur ausnahmsweiſe Schüler den höheren Schulen zuführte(„Luftjahr“). Alſo Abbau, nicht Aufbau der Realſchule war unſer unverdientes Los. Die Adlerflychtſchule hat in den zweiten 25 Jahren über die Hälfte ihrer Schüler verloren. Selbſt für eine doppel— klaſſige Realſchule ſchien in Zeiten wirtſchaftlicher Notzuſtände das Bedürfnis nicht mehr vorzuliegen.

Mit welch bitteren Gefühlen mußte der verdiente dritte Direktor der Adlerflychtſchule den in den Lerhältniſſen begründeten äußeren Niedergang der ihm ins Herz gewachſenen Bildungs— ſtätte, der er über 30 Jahre ſeines Lebens, die Lollkraft ſeiner erfolgreichen Berufsarbeit geopfert hatte, empfinden! Troſt und Genugtuung konnte ſchließlich ihm und ſeinen Mit⸗ arbeitern nur das ſtolze Bewußtſein bedeuten, daß ſie auch im Kleinen groß waren, daß ſie trotz Enttäuſchung und ungenügender Befriedigung in ihrer Lebensarbeit opferfreudig und ver— antwortungsfroh ihre erfolgreichen werlvollen Dienſte der Schule erhielten.

Oſtern 1922 ſchied Geheimer Studienrat Direktor Dr. Winneberger aus ſeinem Amte, dem Zwang des Alleersgrenzengeſetzes folgend. Bis Juli 1923 führte Profeſſor Dr. A. Euler in Stellvertretung die Leitung der Schule. Am 8. Auguſt übernahm der Berichterſtatter als neugewählter Direktor ſein Amt und damit die ſchwere Sorge um die Zukunft der Schule. Schon ſeit den Sommermonaten des Jahres 1921 beſchäftigte ſich der Lehrkörper mit einer neuen Schulart, die, wenn auch in der erſten Idee ſchon vor dem Kriege in der päda— gogiſchen Fachpreſſe erörtert, doch erſt durch das Kriegserleben und die damit in Erſcheinung tretende geiſtige Wiedergeburt des Deutſchtums vor einer breiten ffentlichkeit Beachtung