Aufsatz 
Begleitworte zur beiliegenden geologischen Karte der nächsten Umgebung von Wonsheim in Rheinhessen / von H. Schopp
Entstehung
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fest oder liegt über einer losen Sandschichte. Die einzelnen Schalen sind unter sich oder auch mit Geröllen durch Kalk zu einem festen Conglomerate verkittet, das beim Zerschlagen mit dem Hammer einen starken, bituminösen Geruch verbreitet. Wo Sand die Unterlage dieser Bänke bildet, da ist er in der Regel unter denselben ganz fein. Dann folgt eine Schichte wohlgerundeter Porphyrgerölle von der Grösse einer Erbse bis zu der einer welschen Nuss. Zuletzt kommen grobe, faustdicke und häufig noch umfangreichere Porphyrtrümmer. An dem Wonsheimer Wingertsberg sind an manchen Stellen einzelne Austernschalen an den senkrechten Porphyrwänden angewachsen. Auf den höheren Theilen der genannten Berge geht der Meeressand allmählich in einen lehmigen Boden über, der auf den Por- phyren nur eine ganz dünne Schichte bildet, die aber sehr reich an Ostreen und Haifischzähnen ist.

F. Der Meeresthon.

Der Meeressand ist eine Küstenbildung, dagegen muss der Meeresthon als eine Tiefsee- bildung angesehen werden. Man findet ihn nur an wenigen Punkten, besonders östlich von Wonsheim, wo er einen mehr oder weniger plastischen, schwarzen, grauen, auch bläulichen und gelblichen Thon mit Gypskrystallen, Kalk- und Schwefelkiesknollen darstellt. Von Versteinerungen, wie sie der Meeresthon an anderen Orten Rheinhessens zeigt, konnte ich bis jetzt nichts in ihm auffinden.