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ſind die für die neue Klaſſe, ſowie für eine mit Beginn des Schuljahres 1871/72 in's Leben tretende Parallelklaſſe der IV. Realklaſſe nöthigen Räumlichkeiten ge⸗ wonnen worden, doch ſchritt der zu Anfang des Winters unternommene Bau in Folge der kalten Witterung ſo langſam voran, daß dieſelben erſt nach Schluß der Oſterferien bezogen werden können, deßhalb vorübergehend zuerſt Klaſſe III, dann Klaſſe Va im Zeichenſaal untergebracht werden mußten und, da dieſer bei der ſtrengen Winterkälte ſich nicht genügend heizen ließ, mehrfache erhebliche Störungen des Unterrichts unvermeidlich waren. Die gleichzeitig mit Errichtung der neuen Klaſſe erforderliche Vermehrung unſeres Lehrperſonals erfolgte am 15. Februar durch den Eintritt des Reallehrers Joſeph Provence, aus Sallanches in Frankreich, welcher ſeither an der hieſigen Privatſchule des Herrn Dr. Nägler beſchäſtigt, und durch die Großherzogliche Oberſtudien-Direktion am 16. Januar 1870 zum Lehrer für das Fach der neueren Sprachen ernannt worden war.
Der im vorigen Jahre in Ausſicht genommene Bau eines neuen Schulhauſes mußte leider des ausbrechenden Krieges wegen, bei deſſen Beginn ſich nicht vorausſagen ließ, ob er nicht auch unſere Stadt berühren werde, auf⸗ geſchoben werden; doch dürfen wir, nachdem der Gemeinderath unſerer Stadt die Inangriffnahme für dieſes Jahr beſchloſſen, die vorgelegten Pläne angenommen und die nöthigen Mittel bewilligt hat, die zuverſichtliche Hoffnung hegen, daß weitere Störungen von ähnlicher Art, wie die im Laufe dieſes Winters einge⸗ tretenen, für die Zukunft vermieden und die Realſchule auch demnächſt in den Beſitz eines zweckdienlichen und ausreichenden Schulgebäudes gelangen werde.
Wie gewöhnlich wurden auch im Laufe des verfloſſenen Schuljahres wie— der von den einzelnen Klaſſen unter Leitung der betreffenden Klaſſenführer mehrere Ausflüge in unſere nähere Umgebung gemacht. Einige derſelben galten wieder unſerer Nachbarſtadt Frankfurt und deren Sehenswürdigkeiten, namentlich dem Kaiſerſaal, Dom, Städel'ſchen Inſtitut, Göthehaus, Saalhof, Senckenbergiſchen Muſeum u. a. Auch das Vergnügen eines Eislaufs konnte den Schülern wäh— rend der lange anhaltenden Winterkälte zu wiederholten Malen geboten werden.
Ein größerer Ausflug wurde am 7. Juli von den Schülern der 3 oberen Klaſſen unter Führung der Herren Dr. Landmann, Walther, Schmidt, Cahn und Reinig nach dem Taunus unternommen. Schon um 7 Uhr des Morgens hatte die Reiſegeſellſchaft mit dem erſten Eiſenbahnzuge Soden erreicht und trat von dort ihre Fußwanderung an, welche zunächſt durch das Hornauer Thal nach Fiſchbach und, nachdem im Walde das mitgebrachte Frühſtück eingenom⸗ men war, auf den ſteilen Roſſert führte. Ueber die Ruine der Burg Eppſtein ging es dann abwärts zu der bekannten Oelmühle, wo an den im Freien ge⸗ deckten Tiſchen der Hunger geſtillt wurde. Um 3 Uhr des Nachmittags brach die Geſellſchaft wieder auf, marſchirte durch das Lorsbacher Thal nach der Hof— heimer Kapelle, wo man einige Zeit im Genuſſe der herrlichen Ausſicht verweilte und dann nach der Station Hattersheim, wo der Eiſenbahnzug die Ermüdeten aufnahm, um ſie zunächſt nach Frankfurt und um 9 Uhr des Abends wieder nach Offenbach zurückzubringen.— Das Zeltlager der franzöſiſchen Gefangenen in Mainz war das Ziel eines zweiten Ausflugs, der am 13. October unter Führung der Herren Kuhl, Dr. Landmann, Walther und Goes unter⸗ nommen wurde. Der übrig bleibende Theil des Nachmittags wurde in ebenſo intereſſanter, als lehrreicher Weiſe durch einen Beſuch des Muſeums ausgefüllt,
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