Deutſch: Geſchichte der deutſchen Literatur, beſonders ſeit 1720. Lektüre ausgewählter Dramen und Proſa von Schiller, Leſſing und Göthe, Durcharbeiten von Muſterſtücken zum Zwecke ſtiliſtiſcher Erläuterung und Erörterungen über Bedeutung und Gebrauch der Wörter; dabei grammatiſche Wiederholungen. Leſen und Erklären proſaiſcher Ab⸗ ſchnitte, ſowie größerer Dichtungen und ſchwierigerer Dramen von Schiller, Leſſing, Herder und Göthe. Deſinitionen und Dispoſitionen. Auſfſätze; freie Vorträge. 3 St.(Denk.)
Franzöſiſch: Lektüre in Plötz: Manuel de la littérature française, Muſterſtücke des 17., 18. und 19. Jahr⸗ underts mit literariſchen Erläuterungen; überſetzung deutſcher Leſeſtücke in's Franzöſiſche; monatlich ein Exercitium;
temporalien. Anleitung zur Privatlektüre. 4 St.(Simon.)
Engliſch: Grammatik nach Baskerville II. Theil, Lektüre nach Herrig, Extemporalien und Auſſatzübungen. 4 St.(Manefeld.)
3. Geſchichte und Geugraphie. Neuere Geſchichte von der Reformation bis 1815; Berückſichtigung der außerdeutſchen Kulturvölker. Wiederholung und überſichtliche Betrachtung der wichtigſten Perioden der Weltgeſchichte mit Rückſichtnahme auf die geographiſchen Verhältniſſe, die Kultur und den Fortſchritt der Menſchheit. Überblick über den Verlauf der deutſchen Geſchichte bis auf unſere Tage. 3 St.(Höfner.)
4. Mathematiſche Fächer. Algebra. Die Sehrs von den Permutationen, Variationen und Combinationen nebſt zahlreichen Anwendungen. Die Wahrſcheinlichkeitsrechnung. Der binomiſche Satz für jeden Werth des Exponenten nebſt Anwendung zu Reihenentwickelungen, zur Beſtimmung von Maxima und Minima und unbeſtimmter Functionen. Die Taylor'ſche und Mac⸗Laurin'ſche Reihe. Die kubiſchen Gleichungen; zuſammen 3 St.(v. Gall.)
Geometrie: Wiederholung und Erweiterung des trigonometriſchen Penſums der Ober⸗Secunda. Einleitung in die neuere und analytiſche Geometrie der Kegelſchnitte. 3 St.(v. Gall.)
5. Naturwiſſenſchaften. Phyſik: Wärme, Akuſtik, Optik und Mechanik(wechſelnd). Der Unterricht durchgehend erläutert durch Verſuche. 2 St.(v. Gall.)
Chemie. Die organiſche Chemie. Eingehende Begründung der chemiſchen Theorie; bezügliche Berechnung mit ſchwierigeren Aufgaben. Die Chemie in ihren Beziehungen zur Phyſiologie des Pflanzen⸗ und Tierlebens, zur Ernährung und Geſundheitslehre. Der Unterricht durchgehend erläutert durch Verſuche. 2 St.(Direktor.)
Mineralogie: Einleitung in die Mineralogie. Kennzeichenlehre. Grundzüge der Kryſtallographie. Die Lehre
von den einfachen Mineralen und Felsarten. Die Grundzüge der geologiſchen Formationen mit Benutzung der geologi⸗ ſchen Karten. Der Unterricht durchgehend erläutert durch Demonſtration an Modellen und Handſtücken der Sammlung.
1 St.(Nies.) 6. Turuen. 2 St.(Gehry.)
Vehrplan der Bealschule sweiter Oranung
nach Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums vom 11. Oktober 1879.
1. Die Großherzoglich Heſſiſchen Realſchulen II. Ordnung beſitzen 6 von einander geſchiedene Klaſſen mit je ein⸗ jährigem Kurs. Der Regel nach nehmen ſie in die unterſte Klaſſe Knaben auf, welche das zehnte Lebensjahr zurück⸗ gelegt haben. Bei genügender leiblicher und geiſtiger Reife können auch ſolche Knaben aufgenommen werden, welche bis zum nächſten 30. September und beziehungsweiſe 31. März das zehnte Lebensjahr vollenden.
Bei der Eintrittsprüfung ſind folgende Kenntniſſe nachzuweiſen: a. Fähigkeit, deutſche und lateiniſche Schrift ſchreiben und mit richtiger Betonung leſen zu können; b. ziemliche Sicherheit in der Rechtſchreibung der in der gewöhn⸗ lichen Sprache des täglichen Lebens vorkommenden deutſchen Wörter; c. Kenntniß der Begriffswörter, ihrer Eintheilung und Beugung, ſowie des einfachen Satzes; d. Kenntniß der 4 Grundrechnungsarten in unbenannten und benannten
ganzen Zahlen.


