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2. Sprachen. Latein: Grammatik bei Gelegenheit der Lektüre. Exerc. dom. und extemp. Ovid, Livius oder Salluſt, Cicero; Vergil oder poetiſche Chreſtomathie. Leichteres von Horaz. Extemporalia. 4 St.(Denk.)
Deutſch: Geſchichte der deutſchen Literatur, beſonders ſeit 1720. Lektüre ausgewählter Dramen und Proſa von Schiller, Leſſing und Göthe: Durcharbeiten von Muſterſtücken zum Zwecke ſtiliſtiſcher Erläuterung und Erörterungen über Bedeutung und Gebrauch der Wörter; dabei grammatiſche Wiederholungen. Leſen und Erklären proſaiſcher Ab⸗ ſchnitte, ſowie größerer Dichtungen und ſchwierigerer Dramen von Schiller, Leſſing, Herder und Göthe. Definitionen und Dispoſitionen. Aufſätze; freie Vorträge. 3 St.(Denk.)
Franzöſiſch: Lektüre in Plötz: Manuel de la littérature frangçaise, Muſterſtücke des 17., 18. und 19. Jahr⸗ hunderts mit literariſchen Erläuterungen; Ueberſetzung deutſcher Leſeſtücke in's Franzöſiſche; monatlich ein Exercitium; Extemporalien. Anleitung zur Privatlektüre. 4 St.(Simon.)
Engliſch: Grammatiſche Repetitionen auf Grund der Lektüre eines Schriftſtellers(W. Irving, Goldſmith, Shakſpeare). Curſoriſch größere beſchreibende Gedichte, wie Goldsmith's Traveller oder Deserted village. Engliſches Dictat. Ueberſetzungen aus dem Deutſchen. Leichte Aufſätze. Anleitung zur Privatlektüre. 4 St.(Manefeld.)
3. Geſchichte und Geugraphie. Neuere Geſchichte von der Reformation bis 1815; Berückſichtigung der außerdeutſchen Kulturvölker. Wiederholung und überſichtliche Betrachtung der wichtigſten Perioden der Weltgeſchichte mit Rückſichtnahme auf die geographiſchen Verhältniſſe, die Kultur und den Fortſchritt der Menſchheit. Ueberblick über den Verlauf der deutſchen Geſchichte bis auf unſere Tage. 3 St.(Höfner.)
4. Mathematiſche Fücher. Algebra: Schwierigere Gleichungen zweiten Grades. Die Lehre von den Determinanten nebſt deren wichtigſten Anwendungen in der Algebra und Geometrie. Bildung der Reſultanten und Diseriminanten. Die Moivre'ſchen Formeln. Die Wurzeln und Logarithmen complexer Zahlen und die trigometriſchen Funktionen complexer Winkel. Zuſammen 3 St.(v. Gall.)
Geometrie: Analytiſche und neuere Geometrie des Punktes der Graden und des Kreiſes. Wiederholungs⸗ Aufgaben aus der ebenen Trigonometrie; ſphäriſche Trigonometrie; nebſt deren Anwendung in der mathematiſchen Geo⸗ graphie. 3 St.(v. Gall.)
5. Naturwiſfenſchaften. Phyſik: Wärme, Akuſtik, Optik und Mechanik(wechſelnd). Der Unterricht durchgehend erläutert durch Verſuche. 2 St.(v. Gall.)
Chemie: Die organiſche Chemie. Eingehende Begründung der chemiſchen Theorie; bezügliche Berechnung mit ſchwierigeren Aufgaben. Die Chemie in ihren Beziehungen zur Phyſiologie des Pflanzen⸗ und Thierlebens, zur Ernährung und Geſundheitslehre. Der Unterricht durchgehend erläutert durch Verſuche. 2 St.(Direktor.)
Mineralogie: Einleitung in die Mineralogie. Kennzeichenlehre. Grundzüge der Kryſtallographie. Die Lehre von den einfachen Mineralen und Felsarten. Die Grundzüge der geologiſchen Formationen mit Benutzung der geologi⸗ ſchen Karten. Der Unterricht durchgehend erläutert durch Demonſtration an Modellen und Handſtücken der Sammlung.
1 St.(Nies.) 6. Turnen. 2 St.(Gehry.)
Vehrplan der Reulachule sweiter Granung nach Verfügung Großh. Miniſteriums vom 11. Oktober 1879.
1. Die Großherzoglich Heſſiſchen Realſchulen II. Ordnung beſitzen 6 von einander geſchiedene Klaſſen mit je ein⸗ jährigem Kurs. Der Regel nach nehmen ſie in die unterſte Klaſſe Knaben auf, welche das zehnte Lebensjahr zurück⸗ gelegt haben. Bei genügender leiblicher und geiſtiger Reife können auch ſolche Knaben aufgenommen werden, welche bis zum nächſten 30. September und beziehungsweiſe 31. März das zehnte Lebensjahr vollenden.
Bei der Eintrittsprüfung ſind folgende Kenntniſſe nachzuweiſen: a. Fähigkeit, deutſche und lateiniſche Schrift ſchreiben und mit richtiger Betonung leſen zu können; b. ziemliche Sicherheit in der Rechtſchreibung der in der gewöhn⸗ lichen Sprache des täglichen Lebens vorkommenden deutſchen Wörter; c. Kenntniß der Begriffswörter, ihrer Eintheilung und Beugung, ſowie des einfachen Satzes; d. Kenntniß der 4 Grundrechnungsarten in unbenannten und benannten
ganzen Zahlen.


