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Schule des franzöſiſchen Briefſtyls wurden 36 Briefe aus dem Deutſchen ins Franzöſiſche ſchriftlich über⸗
ſetzt. In Wildermuth's franzöſiſcher Chreſtomathie wurden die hiſtoriſchen Stücke theils mit, theils
ohne Vorbereitung geleſen. Thiers: L'Expédition des Français en Egypte 1798— 1801. Chap. IV.
bis VIII. Der größte Theil des Unterrichts fand in franzöſiſcher Sprache ſtatt. Mündliche und ſchrift⸗
liche Extemporalien. Memoriren poetiſcher Stücke. Sprechübungen mit Benutzung des Handbuchs von Haas.
3) Engliſche Sprache, bei Demſelben, 3 Stunden wöchentlich: Aus Pinea's engliſch⸗deut⸗ ſcher Handels⸗Correſpondenz wurden 50 Briefe überſetzt, die engliſchen mündlich, die deutſchen ſchriftlich. Lectüre: Shakespeare: Julius Caesar; die ſchönſten Stellen wurden memorirt. W. Irwing: Co- lumbus, Chap. XIV—XXXV. Sprechübungen knüpfen ſich an das Geleſene und an die Ueberſetzungen. Mündliche und ſchriftliche Extemporalien.
C. Mathematik. Bei Herrn Albert, 2 Stunden wöchentlich: 1) a. Ebene Trigonometrie, in 1 Stunde wöchentlich; b. Darſtellende Geometrie, in 1 Stunde wöchentlich, und zwar Entwer⸗ fung des Punktes, der Linie, der Ebene, der Polyeder und runden Körper, Schnitte und Netze der Körper.
2) Algebra, bei dem Klaſſenführer, nach deſſen Lehrbuche, 2 Stunden wöchentlich: Quadra⸗ tiſche Gleichungen mit einer und mehreren Unbekannten; Zinſeszins⸗ und Rentenrechnung; Permutationen, Variationen und Combinationen mit Anwendung auf die Potenzirung des Binomiums. Unbeſtimmte Gleichungen.
3) Kaufmänniſches Rechnen und Buchführung, bei Demſelben, nach deſſen Lehrbüchern, 2 Stunden wöchentlich: Aufgaben über alle Arten des kaufmänniſchen Rechnens; Wechſel⸗Commiſſions⸗ rechnung; die 3 Arten der Zinsberechnung bei Contocorrenten; Staffelrechnung; Terminrechnung.— Von den Schülern wurden über ein fingirtes Geſchäft die Einträge in die verſchiedenen Haupt⸗ und Hilfsbücher und der Abſchluß derſelben gemacht.
D. Naturwiſſenſchaften. In wöchentlich 4 Stunden: 1) Chemie, bei dem Direktor, nach eignem Lehrbuch: Die Chemie der Metalle; organiſche Chemie und ihre Beziehungen zur Phyſiologie und Technologie. 2) Mineralogie und Geologie, curſoriſche Ueberſicht unter Benutzung der Sammlungen.
3) Phyſik, bei Herrn Albert, 2 Stunden wöchentlich, nach Schödler's Buch der Natur: Akuſtik, Optik, Magnetismus, Elektricität. Von Fliedner's Aufgaben aus der Phyſik wurde eine entſprechende Anzahl durchgenommen.
E. Höiſtoriſche Wiſſenſchaften. 1) Geſchichte, bei Herrn Kölſch, 2 Stunden wöchentlich: Geſchichte Deutſchlands vom 7 jährigen Kriege an bis zum Jahre 1815, nach Welter's Lehrbuch; Ge⸗ ſchichte von Mainz von 1792—1813 mit Zugrundelegung von Bockenheimer und Klein.
2) Geographie, bei dem Klaſſenführer, 1 Stunde wöchentlich: Wiederholende Ueberſicht der wichtigſten Länder und Staaten, mit beſonderer Rückſicht auf Produkte und Handel, nach Hopf's Handelsgeographie..
F. Zeichnen. Bei Herrn Schleidt, gemeinſchaftlich mit der II. Klaſſe, 2 Stunden woͤchentlich: Fortſetzung der Uebung wie in der II. Klaſſe. tn
G. Modelliren. Bei Herrn Schleidt, gemeinſchaftlich mit der II. Klaſſe, 2 Stunden wöchentlich: Nach Gypsmodellen in Thon.
H. Schönſchreiben. Bei Herrn Magnus, 1 Stunde wöchentlich: Wie in der II. Klaſſe.
Geſang.
Bei Herrn Werner: 1) In der Klaſſe VI und V, je 2 Stunden wöchentlich: Einübung deutſcher Volkslieder mit Auswendiglernen des Textes; Kenntniß der zu einem Elementargeſang erforderlichen Vor⸗ begriffe aus der Muſik; Uebungen in rythmiſcher und melodiſcher Hinſicht. 2) Mit dem aus den brauch⸗ baren Stimmen aller Klaſſen gebildeten Sängerchor: Uebungen in Chorälen, drei⸗ und vierſtimmigen Cantaten, 2 Stunden wöͤchentlich..


