12 Die Klemmen l und 2 werden in den Nebenschluss der Starkstromleitung gelegt und die Klemmen 5 und 6 kurz geschlossen. Legt man nun die Wippe von 3—4 nach 1—2 und entnimmt der Leitung einen Strom von 1 Volt Spannung,— die Spannung wird durch das Voltmeter der Schalttafel oder durch ein besonderes bei 1:2 angelegtes Instrument an- gezeigt— so giebt das Galvanometer einen nur einen Augenblick dauernden Ausschlag. Es hat eine nur einen Augenblick dauernde Zersetzung stattgefunden, und durch die dabei auftretende gegenelektromotorische Kraft der polarisierten Platten wird der Spannung von 1 Volt das Gleichgewicht gehalten. Legt man die Wippe nach 5:6 herum, so zeigt das Galvanometer einen Ausschlag nach der entgegengesetzten Seite wie vorher, indem sich jetzt die Polarisa- tionsspannung ausgleicht. Bei 1,5, 2 und 2,5 Volt geschieht dasselbe. Erst wenn 2,7 Volt überschritten wird, zeigt das Galvanometer beim Anlegen der Spannung einen dauernden Ausschlag.
Nach diesen über die Experimentieranlage gemachten Darlegungen sind wir also im Stande, dem Leitungsnetz an beiden Arbeitsstellen unseres Instituts Ströme bis zu 30 Ampere in kleinen Stufen und ebenso fein abgestufte Spannungen bis zu 110 Volt zu entnehmen. Ausserdem steht uns an den drei blanken Klemmen der 2. Schalttafel die Spannungsdifferenz von 220 Volt zur Verfügung. Unsere Anlage befriedigt so alle im Unterricht an Stromquellen zu stellende Anforderungen, insbesondere ist eine Akkumulatorenbatterie. wie sie in manchen Instituten neben der an das Strassennetz angeschlossenen Experimentierleitung gehalten wird, vollständig überflüssig. Nur für Messzwecke halten wir uns einige kleine, tragbare Akkumu- latoren, da der Netzstrom wegen seiner Spannungsschwankungen für Messungen ungeeignet ist.
Die übrigen Experimentiereinrichtungen.
Zu dem Experimentiertisch des Lehrsaals wurde ein vorhandener, etwa 2 Jahre alter, mit einer soliden eichenen Tischplatte versehener Arbeitstisch vom 90 cm Höhe, 80 cm Breite und 2,50 cm Länge verwendet. Dem, was Grimsehl über die Vorzüge einer einfachen gegen- über der Weinholdschen Tischplatte sagt, kann ich mich nur aus voller UÜberzeugung an- schliessen. Da unser Tisch jedoch zu kurz war, liessen wir auf beiden Seiten aufklappbare Platten von 75 cm Länge anbringen, so dass wir im ganzen eine Tischlänge von 4 m her- stellen können. An sich bin ich kein Freund solcher Tischklappen, aber da der vorhandene Arbeitstisch benützt werden sollte, blieb nichts anderes übrig. Auch wird der Platte a da-— durch eine grosse Festigkeit gegeben, dass sie mit ihrer freien Seite auf zwei Riegel gelegt wird, die aus dem Schrank S hervorgezogen werden können.(Fig. 4.)
—— 1 V.
Fig. 4.


