Aufsatz 
Über den Ausdruck der Gefühle. (Semasiologische Beiträge I.) / Engelbert Schneider
Entstehung
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IV. Zur Chronik der Anstalt.

Aus dem vorigen Schuljahr ist noch nachzutragen, dass durch Allerh. Entschliessungen vom 8. August 1891 die Gymnasiallehrer Dr. Nover und Dr. Kieffer an die Gymnasien in Worms, bezw. in Bensheim versetzt, und die Gymnasiallehrer Scholl von Worms und Dr. Ihm von Bensheim an das hiesige Gymnasium berufen wurden. Ferner trat in Folge Allerh. Entschliessung vom 15. August der Gymnasiallehrer Dr. Diehl in den von ihm nach- gesuchten Ruhestand über; an seine Stelle wurde der Kais. russische Hofrat Frederking, Oberlehrer an dem Gymnasium in Mitau(Kurland) berufen. Dem provisorischen Gymnasiallehrer Dr. Büchner wurde durch Ver- fügung vom 13 September die Verwaltung einer Lehrerstelle an dem Gymnasinm und der Realschule in Offenbach übertragen, während ihn hier der provisorische Realgymnasiallehrer Freund von Giessen ersetzte. Aus Anlass der Bildung von Parallelklassen wurde dem Lehramtsaccessisten Berger die provisorische Verwaltung einer Lehrerstelle für die Dauer des Winterhalbjahres übertragen.

Das Winterhalbjahr begann am 21. September; am folgenden Tage fand um 10 Uhr die feierliche Ein- führung des Unterzeichneten in sein Amt durch Herrn Oberschulrat Soldan in Gegenwart des Lehrerkollegiums und sämtlicher Schüler statt; geladene Ehrengäste wohnten der Feierlichkeit bei.

Vom Beginn des Winterhalbjahres bis zum 19. Oktober war der provis. Gymnasiallehrer Reitz an heftiger Augenentzündung erkrankt; sein Dienst wurde durch die Kollegen versehen. Vom 5. bis 31. Oktober war Gym- nasiallehrer Dr. Körber zur Theilnahme an dem archäologischen Kurse beurlaubt, der auf Veranlassung der Reichsbehörden von den Mitgliedern des deutschen archäologischen Instituts in verschiedenen Teilen Italiens abge- halten wurde.

Am 29. Oktober, 2. Dezember und 21. Januar waren die Herren Geh. Staatsrat von Knorr und Ober- schulrat Soldan zur Besichtigung der Anstalt anwesend.

Durch höchste Entschliessung vom 26. Dezember wurde der Lehrer an der Vorschule, Petrus, zum Lehrer an dem Realgymnasium und der Realschule dahier, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, ernannt, und bis auf Weiteres mit der Verwaltung seiner seitherigen Stelle beauftragt.

Das Geburtsfest Seiner Majestät des Deutschen Kaisers, am 27. Januar, wurde in der festlich ge- schmückten Turnhalle mit Gesang, Deklamation und einer von Herrn Prof. Dr. Schall gehaltenen Festrede gefeiert. An dem Festmahle im CasinoHof zum Gutenberg beteiligten sich der Direktor mit den Lehrern der Anstalt.

Während des Winterhalbjahres 1991/92 haben an dem vôon Herrn Lehrer Schöpp geleiteten Stenographie- Lehrgang 25 Schüler teilgenommen; von diesen haben 16 mit gutem Erfolg im Laufe dieses Sommers eine grössere Fertigkeit erstrebt.

Am 17. März, dem Tage der Beisetzung der Leiche des höchstseligen Grossherzogs Ludwig IV,, ver- anstaltete das Gymnasium eine Gedächtnisfeier, bei welcher der Kirchenchor der Schüler sang und der Unter- zeichnete ein Lebensbild des verblichenen Landesherrn gab und den Verlust schilderte, den die engere Heimat wie das ganze Vaterland durch das Hinscheiden des geliebten Fürsten erlitten hat. Dem Trauergottesdienste am 19. März im Dome und am 20. März in der St. Johanniskirche wohnten die Mitglieder des Lehrerkollegiums bei.

Am 2. April, dem Schluss des Winterhalbjahres, wurden bei einer Schulfeier den Abiturienten die Reife- zeugnisse übergeben.

Der Gesundheitszustand der Lehrer und der Schüler liess während des Winterhalbjahres vieles zu wünschen übrig. Abgesehen von den gewöhnlichen Erkältungskrankheiten, war es namentlich die Influenza, die mehrere Lehrer auf kürzere Zeit heimsuchte und so Störungen im Unterrichtsbetriebe verursachte. Im Sommerhalbjahr kamen bei Schülern der verschiedensten Klassen zumeist gutartig verlaufene Erkrankungen an Scharlach und Diphtherie vor. Wir haben den Verlust eines braven Schülers der Vorschule, Alphons Schrapenborg, zu be- klagen, welcher von der letztgenannten Krankheit hingerafft wurde.

Nachdem in einer am 4. März veranstalteten Abstimmung von 544 Vätern 409 sich für die Vaegmng des Hauptunterrichtes während des Sommerhalbjahres auf den Vormittag von 712 Uhr entschieden hatten, wurde nach eingeholter höherer Genehmigung der Stundenplan demgemäss eingerichtet.

Durch Verfügung vom 5. April wurden die provisor. Gymnasiallehrer Dr. Kraus und Reitz von hier abgerufen und ersterer an die Realschule in Bingen, letzterer an die Realschule und das Progymnasium in Fried- berg versetzt.

Das Sommerhalbjahr begann am 25. April. Der bis dahin beurlaubte Grossh. Gymnasiallehrer Dr. Schneider konnte seinen vollen Dienst wieder antreten, nachdem er schon bei zunehmender Genesung und Kräftigung eine