19
2. Besonderes.
Uebersicht der im Schuljahre 185%, behandelten Lehrgegenstände.
A. Sprachunterricht. 1. Deutsche Sprache.
VII Kl. wöch. 4 St. Die meisten Stücke in Wacker- nagels Lesebuch I. wurden gelesen, erklürt, zur
Uebung im mündlichen Ausdruck und zur Darstel-
lung der Lehre von den Satz- und Redetheilen, so wie die poetischen zum Memoriren benutzt.— Kleine Aufsätze. Seyberth, Kollaborator.
VI. Kl. wöch. 3 St. Die meisten Stücke in Wacker- nagels Lesebuch II. gelesen und erklärt. Darstel- lung der Lehre vom einfachen Satze. Deklamations- Uebungen; kleine Aufsätze.
Ebhardt, Kollaborator.
V. Kl. wöch. 2 St. Ausgewählte Stücke aus Wacker- nagels Lesebuch III. wurden gelesen und erklärt, die poetischen memorirt. Die Lehre vom zusam- mengesetzten Satze. Aufsütze.
Wagner, Kollaborator.
IV. Kl. wöch. 2 St. Im Sommer: Aus Spiess Lesebuch wurden Gedichte(meist Balladen) erklärt und me- morirt.— Aufsätze. Bernhardt, Konrektor.
Im Winter: Ausgewählte episch-lyrische Gedichte aus Spiess Lesebuch erklärt und memorirt.— Aufsätze. Hillebrand, Kandidat.
III. Kl. wöch. 2 St. Erklärung prosaischer Muster- stücke, hauptsächlich lyrischer Gedichte, nach Spiess Lesebuch. Aufsätze. Ebhardt.
II. Kl. wöch. 2 St. Das Wesentlichste aus der Lehre
voh den Stilarten nach Eschenburgs Theorie der
schönen Redekünste, umgearbeitet von Pinder. Vvor-
trag v. Musterstücken. Das Wesen u. die Unterschiedeſ der verschiedenen Dichtgattungen wurden bei der
Lektüre erläutert. Gelesen wurden im Sommer Göthe- sche und Schiller’sche Gedichte, meist elegischen Charakters, und Klopstock'sche Oden; im Winter Göthe’s Egmont. Deklamation. Die Themata zu den deutschen Aufsätzen waren: 1. Ueber die Hoffnung. 2. Ueber die Einsamkeit. 3. Dulce et decorum est pro patria mori. 4. Schutzrede für eine alte Linde. 5. Gedankengang der Klopstock'- schen Ode: Der Zürchersee. 6. a) Folgen der Kreuz- züge. b) Gebirg und Ebene. Dialog. 7. Lob der Deutschen. 8. a) Segnungen des Friedens, b) Nach- theilige Folgen des Kriegs. 9. Ueber Göthes Eg-
mont in Beziehung auf seine dramatische An-
Metrische Arbeit.
lage, 10, Sommermorgen. .34 1 Spiess, Prorektor.
. Kl. Im Sommer wöch. 4, im Winter 2 8t. Deutsche
Literaturgeschichte nach Pischon's Leitfaden. Nach einer allgemeinen Einleitung und kurzen Ueber- sicht über die vier ersten Perioden wurden die drei folgenden ausführlicher behandelt mit Zufü- gung erläuternder Beispiele und Erklärung der verschiedenen Dichtungsarten. Häufige Uebungen im mündlichen Vortrag und schriftliche, zum Theil unter Aufsicht, zum Theil zu Hause gefertigte Bearbeitungen folgender Aufgaben: 1. Die Elemente hassen das Gebild von Menschenhand. 2. Der Maimorgen. 3. Die Erinnerung an überstan- dene Mühen ist nicht blos angenehm, sondern auch förderlich. 4. Das Glück des Unglücks und das Unglück des Glücks. 5. Des Lebens ungemischte Freude wird keinem Sterblichen zu Theil. 6. Cœlum non animum mutant, qui trans mare cur- runt. 7. Charakterschilderung des Arbeitsamen. 8. Erinnerung und Hoffnung, zwei Hauptquellen der Freudigkeit des Menschen. 9. Viel lieber will die Lieb', als in der Sonne Flecken, In dunkler Nacht den Stern, der etwa glänzt, entdecken, 10. Ueber den Einfluss des Studiums der altklassischen Literatur auf unsere Bildung..L ex, Direktor.
2. latelnische Sprache.
Kl. wöch. 9 St. Die meisten Stücke in Spiess Uebungsbuch I. wurden schriftlich oder mündlich übersetzt, die Wörter auswendig gelernt und zur Darstellung und Einübung der Formenlehre des Regelmässigen benutzt. Exercitien. Seyberth.
VII.
VI. Kl. 9 St. Der unregelmässige Theil der Formen- lehre eingeübt. Mündliches und schriftliches Ue- bersetzen aus dem Ldteinischen ins Deutsche und, umgekehrt, nach Spiess Uebungsbuch Thl. II. Me-
moriren von Wörtern. Exercitien. Ebhardt.
V. Kl. 9 St. Aus dem kleinen Livius(von Rothert bearb.) wurden die meisten Kapitel bis Ancus Marcius gelesen, wieder in das Lateinische zurück- übersetzt und theilweise memorirt, im Sommer 4, im Winter 5 sSt.; ferner die meisten auf die gleichzeitig in der Grammatik durchgenommene Rektion der Casus bezüglichen Paragraphen von Spiess Uebungsbuch für IVa in das Lateinische übertragen mit fortwährender Wiederholung der Formenlehre und niedern Syntax und auf die wich-
tigsten Wortbildungsregeln hingewiesen. Im Som- mer 3 St. Sodann wurden wöchentlich 2 Stun-
den auf das Schreiben und Erklären eines Exer- citiums verwendet. Wagner.
3*


