Aufsatz 
Darlegung und Prüfung der Kant'schen Kritik des ontologischen Beweises für's Dasein Gottes. Zur Begrüßung der 32. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner
Entstehung
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Dreieck ist, sind auch drei Winkel. Wenn aber Kant sagt, man könne in diesem Urtheil den Subjektsbegriff sammt dem Prädikatsbegriff aufheben, so übersieht er, dass diesem Urtheil wegen der empirischen Existenz des Dreiecks neben der inneren auch eine äussere Nothwendigkeit zukommt, dass mithin auch bei einem beliebigen Denken des Dreiecksbegriffs das Dasein in denselben aufgenommen werden muss; der Subjektsbegriff kann also, weil er empirisch existirt, und das Urtheil ein all- gemeines ist, nicht ohne Widerspruch aufgehoben werden. Was nun den Satz betrifft: Das allerrealste Wesen existirt 80 darf allerdings unsern früheren Erörterungen gemäss der Gottes- begriff nur als ein möglicher vorausgesetzt werden. Kant hat also darin Recht, dass er sagt, man dürfe den Gottesbegriff nicht in eine Kategorie stellen mit dem nothwendigen Urtheil vom Dreieck, denn bei diesem Begriff kann in der That, weil ihm die äussere Nothwendigkeit fehlt, das Subjekt mit allen seinen Prädikaten ohne Widerspruch aufgehoben werden. Darin jedoch irrt er, wenn er glaubt, dass von denjenigen, welche den Gottesbegriff für einen nothwendigen halten, der Vergleich dieses Begriffes mit dem Urtheil vom Dreieck unpassend ge- wählt sei, denn in diesem Falle dürfte ebenso wenig, wie im Urtheil vom Dreieck, im Existenzialsatz von Gott der Subjekts- und Prädikatsbegriff aufgehoben werden.

Kant behauptet nun im weiteren Verlauf seiner Erörte- rung, dass dem Gottesbegriff nicht einmal die volle Möglichkeit zukomme, indem er wegen seiner Widerspruchsfreiheit wohl die logische, nicht aber die reale Möglichkeit besitze, weil die objektive Realität der Synthese, welche nur auf Principien möglicher Erfahrung beruhe, nicht dargethan werden könne. Es sei deshalb auch nicht davon die Rede bei der Aufhebung