Aufsatz 
Der Unterschied zwischen dem Richtungswinkel (Azimut) und Stundenwinkel eines Sterns in seiner Abhängigkeit von dem Stundenwinkel und der Deklination des Sterns und von der Polhöhe betrachtet. Beiträge zur mathematischen Geographie : 2. Teil. Die Zeitgleichung
Entstehung
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IV. Zur OChronil der Anstualt.

Zur Chronik des vorigen Jahres ist noch nachzutragen, dass die Schulfeier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers am 27. Januar 1903 wie üblich abgehalten wurde. Unser Gesangchor sang die niederländischen Volks- lieder, wobei der Obersekundaner Sutter den verbindenden Text sprach. In seiner Ansprache legte Herr Ober- lehrer Matthes die vaterländische Bedeutung des Turnvaters Jahn dar.

Am 1. März 1903 wurde dem Oberlehrer Schmitt der Charakter als Professor erteilt.

Als Teilnehmer am naturwissenschaftlichen Fortbildungskurs, der zum ersten Mal während der Osterferien an der Landesuniversität in Giessen abgehalten wurde, wurde der Oberlehrer Prof. Dr. F ink bestimmt.

Zum Zweck eines Erholungsaufenthaltes im Süden wurde der Unterzeichnete vom 18. März bis 2. Mai 1903 beurlaubt. Während dieser Zeit versah Herr Prof. Klein die Direktorialgeschäfte, wofür ihm auch hier Aner- kennung und Dank ausgesprochen wird.

Als Stellvertreter des zu einer Studienreise nach Griechenland und Kleinasien vom 21. Februar bis Pfingsten 1903 peurlaubten Prof. Dr. Körber wurde für die Zeit von Ostern bis Pfingsten der Lehramts-Akzessist Ludwig Schäfer bestellt.

Das Schuljahr 1902/03 wurde geschlossen am 28. März und das neue Schuljahr am 19. April 1903 begonnen. Während der Osterferien wurde der Schulverwalter Beringer von seiner Stelle abberufen. Der seit dem 10. April 1894 an unserer Vorschule tätige Schulverwalter Jakob Schmidt wurde durch Dekret vom 6. April 1903 zum Lehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Mainz ernannt.

Neu berufen wurden an die Vorschule die Herren Schulverwalter Scheu und Le Claire, die am 20. April ihren Dienst angetreten haben. 3

Am 10. Mai hatte die Anstalt den Verlust eines hochbegabten, fleissigen und braven Schülers zu beklagen; an diesem Tage starb der Quartaner Anton Jergens aus Weisenau; unter der Begleitung seiner Lehrer und Mitschüler wurde er am 12. Mai beerdigt, wobei der Klassenführer in zu Herzen gehenden Worten den Kranz der Klasse auf das Grab legte.

Die zur Erinnerung an den Frankfurter Frieden(10. Mai 1871) eingeführten Klassen-Ausflüge mussten des ungünstigen Wetters wegen auf Samstag den 22. Mai verschoben werden. Sie verliefen bei prachtvollem Wetter ganz nach Wunsch..

An dem von der kgl. bayerischen und grossh. hessischen Regierung auch in diesem Jahre wieder veran- stalteten archäologischen Anschauungskursus, der wie üblich diesmal am 8., 9. und 10. Juni seinen Abschluss in Mainz fand, nahm Prof. Dr. Wissmann teil..

In Gegenwart Sr. Königlichen Hoheit des Grossherzogs fand am 2. Juli die Einweihung der Christuskirche statt. Der UInterricht fiel an diesem Tage aus. G

Am Abend desselben Tages wurde der nach längerem Leiden verstorbene, frühere Schüler der Unterprima, Emil Herrberg beerdigt. Soweit eine Ansage möglich war, nahmen Lchrer und Schüler an der Leichenfeier teil und gaben so der Trauer um den braven und immer strebsamen Frühverblichenen Ausdruck.

Zum Zweck einer Badekur wurde dem Prof. Klein ein Urlaub vom 20. Juli bis zum Schluss des Sommer- halbjahres erteilt. Sein Unterricht wurde in dankenswerter Weise von Herrn Divisionspfarrer Falke erteilt. Das Sommerhalbjahr wurde am 8. August geschlossen und das Winterhalbjahr am 14. September begonnen.

Zum Besuch der Philologen-Versammlung in Halle wurde der Oberlehrer Dr. Schwarz auf einige Tage beurlaubt; ebenso Prof. Klein als Mitglied der Landessynode für die Dauer der Tagung.

Auf Grund einer an die oberste Behörde gerichteten Eingabe sehr vieler Eltern, worin diese um Einführung des fünfstündigen Vormittagsunterrichts auch während des Winters nachsuchten, wurde an allen höheren Lehr- anstalten der Stadt unter Benützung einheitlicher Fragebogen eine Abstimmung sämtlicher Eltern angeordnet. Das Ergebnis dieser Abstimmung(71,3% für und 28,7% gegen den fünfstündigen Vormittags-Unterricht) wurde mit dem der übrigen Anstalten der Behörde vorgelegt, worauf dann folgende Verfügung vom 19. November 1903 ergangen ist: Den Wünschen der überwiegenden Mehrheit der in Betracht kommenden Fltern entsprechend genehmigen wir, dass für die Folge auch in den Wintermonaten an Ihrer Anstalt der sog. Vormittagsunterricht eingeführt werde., Mit Rücksicht auf die von Ihnen hervorgehobenen Schwierigkeiten soll diese Anderung jedoch erst im Winterhalbjahr 1904/05 in Kraft treten..

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