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stand sie wahrscheinlich als Grenzmal aufrecht. Damals wurde wohl die viereckige Nische eingegraben, die zur Aufnahme eines Heiligenbildes bestimmt war. Zu verschiedenen Zeiten wollte man die Säule wegbringen, und einmal machte man den misslungenen Versuch, sie be- hufs leichterer Fortschaffung in kleinere Stücke zu zerlegen. 1814 schlug Kotzebue vor, sie als Siegeszeichen auf dem Schlachtfeld von Leipzig aufzustellen.
Aus der Zeit, da die wandernden deutschen Stämme die Grenzen des römischen Reichs überfluteten, interessieren uns die Alemannenkämpfe.¹) Seit 235 drängte der Völker- bund der Alemannen gegen den römischen Limes vor. Maximinus Thrax warf die bis zum Rhein vorgedrungenen Germanen wieder zurück und sicherte noch einmal die Grenzlinie. Aber nach 250 finden wir rechts vom Rhein keine römische Inschrift mehr, und seit 253, dem Regierungsantritt Valerians, bildete der Rhein wieder die Grenze des römischen Reiches. Die Römer waren fortan nur noch auf den Schutz der Rheinlinie bedacht, denn bald machten die Alemannen Versuche auch den Rhein zu überschreiten. Nur vorübergehend haben einzelne Kaiser auch auf dem rechten Rheinufer das römische Ansehen geltend gemacht. Probus, der den Provinzialen in Germanien den Weinbau ²) freigab, überschritt den Rhein und trieb die Deutschen über den Neckar zurück. An den wichtigeren Rheinpositionen richtete er Brücken- köpfe auf dem rechten Ufer ein und befestigte sie. Julian erschien nach dem Sieg bei Strass- burg 357 wiederholt auf der rechten Rheinseite und nahm verschiedene Rheincastelle wieder. Er stellte das munimentum Trajani wieder her, ein Castell, das wohl am Main unweit von Mainz lag. ³²) Auch Valentinian kämpfte auf dem rechten Rheinufer. Seinem Sieg bei Solicinium 368, einem Orte, über dessen Lage man streitet, müssen Kämpfe am unteren Neckar bei Ladenburg vorausgegangen sein. Hier drängte er die Alemannen östlich in den Odenwald, dann legte er in dem Winkel zwischen Rhein und Neckar das monumentum Valentiniani an, das nicht weit von Mannheim gelegen haben kann. Bei dieser Gelegenheit fanden Veränderungen im Neckar- bett statt, was zu der Überlieferung Veranlassung gab, der Neckar sei vor Valentinian anders geflossen, nämlich über die jetzigen Orte Ladenburg, Grossachsen, Viernheim, Schwanheim, Fehlheim, Rodau, Hähnlein, Gross-Gerau, Trebur. In der That haben sich hier Spuren eines alten Wasserlaufs gefunden, aber es ist nachgewiesen, dass in historischer Zeit der Neckar hier niemals geflossen ist.4) Auf dem Mons Piri, wahrscheinlich auf dem Heiligenberg bei Heidelberg, legte Valentinian eine Schanze an, die freilich bald den Angriffen der Germanen erlag. Damals errichteten wohl die Alemannen den Ringwall, der den Gipfel des Heiligen- berges umzieht. Der Zeit der Alemannenkämpfe gehört wahrscheinlich auch die Heuneburg bei Lichtenberg und der Ringwall von Rippenweiher bei Grossachsen an. ⁵)
Auf die Alemannen, die nach Vertreibung der Römer in unserer Gegend herrschten, werden die Ortsnamen auf ingen(ungen) und weiler zurückgeführt. 6) Danach wäre Bessungen alemannischen Ursprungs. ⁷)
¹) Christ, römische Feldzüge in der Pfalz, insbesondere die Befestigungsanlagen des Kaisers Valentinian gegen die Alemannen, in der Sammlung von Vorträgen, gehalten im Mannheimer Altertumsverein, zweite Serie 1888. S. 33. A. Riese, Vortrag über die letzten Zeiten der Römerherrschaft in den Rheinlanden, Inhaltsangabe in den Quartalblättern 1894, 1. S. 412.
²) Mommsen, röm. Gesch. V 99.
³) Mommsen, röm. Gesch. V 146 Anm. 1.
⁴) Wörner, über den angeblichen früheren Lauf des Neckars a. d. B. Archiv XIII S. 78. Frohnhäuser, der angebliche frühere Lauf des Neckars a. d. B. Quartalblätter 1886, 3. S. 125.
⁵) Knapp, die Haineburg, ein germ. Ringwall bei dem Schloss Lichtenberg, Archiv III 2, 9. Kofler, der Ringwall Heuneburg bei Lichtenberg. W. d. Ztschr. VII. S. 313.
) Lamprecht, fränkische Wanderungen und Ansiedelungen, vornehmlich im Rheinland. Zeitschr. d. Aachener Geschichtsvereins IV 202.
1) Sprendlingen liegt schon ausserhalb unseres Gebiets.


