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Zur allgemeinen Orientierung über das Gebiet, dessen Grenzen wir oben bestimmt haben, empfehlen sich folgende Werke: Ferdinand Dieffenbach, Das Grossherzogtum Hessen, Darmstadt 1877; Künzel-Soldan, Grossherzogtum Hessen, 2. umgearbeitete Auflage, Giessen 1893; Walther, Das Grossherzogtum Hessen nach Geschichte, Land, Volk, Staat und rtlich- keit beschrieben, Darmstadt 1854: Wagner, statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Grossherzogtums Hessen, Bd. I, Darmstadt 1829; Ewald, Histor. Übersicht der Territorial- veränderungen der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und des Grossherzogtums Hessen mit einer UÜbersichtskarte, Darmstadt 1862; Windhaus, Führer durch den Odenwald und die Berg- strasse, 4. Aufl., Darmstadt 1892, mit der geschichtlichen Einleitung von Ernst Wörner. Als Separatabdruck ist diese erschienen unter dem Titel: Wörner, allgemeine Übersicht über die Geschichte der Gebiete des Odenwalds, der Bergstrasse und des Landes zwischen Rhein, Main und Neckar, 1. Aufl., Darmstadt 1884. Eine Anleitung, die Überreste aus der Vergangenheit zu erkennen, zu erklären und zu beschreiben, giebt Cohausen: die Altertümer im Rheinland, Wiesbaden 1891.
Während hier die Werke aufgeführt sind, die eine allgemeine Orientierung über das ganze Gebiet ermöglichen, sollen die Litteraturnachweise für die Behandlung im einzelnen im Zusammenhang der Darstellung selbst Erwähnung finden. Für die bis zum Jahr 1869 er- schienenen Arbeiten vergleiche: Walther, Litterärisches Handbuch für Geschichte und Landes- kunde von Hessen, Darmstadt 1841, drittes Supplement 1869.
I. Bis zur Schlacht bei Zülpich.
In vorrömischer Zeit stand, wie man gewöhnlich annimmt, unser Gebiet unter dem Einfluss der keltischen Kultur. So werden die Flussnamen Rhein, Main und Neckar auf die Kelten zurückgeführt, und die Ortsnamen auf acum und iacum(ach und ich), sowie die Namen auf dunum und magus werden als keltisch angesehen. Lopodunum(Ladenburg) und Quintiacum(König) können demnach für die keltische Zeit in Anspruch genommen werden. ¹)
Die Kelten wurden von den Germanen über den Rhein zurückgeworfen, und zu Cäsars Zeit sehen wir die Germanen unter Ariovist den Rhein überschreiten.
UÜber den Kulturzustand der vorrömischen Zeit geben uns zahlreiche Hügelgräber Aufschluss. Die in den meisten Grabstätten gemachten Funde entsprechen dem grossen Gräber- fund von Hallstatt im Salzkammergut. Sie gehören also der Hallstätter Periode an, ²) deren Blütezeit um 500 v. Chr. gesetzt wird. Nur vereinzelte Grabhügel sind der La Tène- zeit, der Zeit von 400— 50 v. Chr., ³) zuzuweisen, da die hier gefundenen Gegenstände den Ausgrabungen zu La Tène am Neuenburger See entsprechen.
Festen geschichtlichen Boden gewinnen wir erst mit der Zeit, in der die Römer sich in unserer Umgebung festsetzten. Zahlreiche Uberreste, wie: Castelle, Signaltürme, Strassen, Brücken, bürgerliche Niederlassungen, Heizungs- und Badeanlagen, Wasserleitungen, Stein- brüche, Gräber, Gefässe, Geräte, Steinskulpturen, Inschriften, Ziegel mit Legionsstempeln, Münzen, geben uns ein Bild der Römerzeit. ⁴)
¹) Arnold, zur Geschichte des Rheinlands, westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst I. S. 8.
2) Sacken, das Grabfeld von Hallstatt, Wien 1868. Rancke, der Mensch II, Leipzig 1887, S. 560.
³) Rancke, a. a. O. II. S. 583.
4¹) Knapp, römische Denkmale des Odenwalds, 2. Aufl., Darmstadt 1854. Franck, über die Spuren römischer Niederlassungen in der Provinz Starkenburg, ihre Bedeutung und ihren Zusammenhang, Archiv für nessische Geschichte XII 1. Kofler, archäologische Übersichtskarte mit Text, Archiv, neue Folge I. 1.


