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Dome und die Katharinenkirche zu Oppenheim müssen den Schülern aus eigener Anschauung bekannt sein.
Auf allen Unterrichtsstufen soll also die Heimatkunde als Ausgangspunkt für die ge- schichtliche Unterweisung herangezogen werden. Der Ort, wo eine zusammenhängende Dar- stellung der Heimatgeschichte in die deutsche Geschichte eingeflochten werden kann, ist der Unterricht der Tertia. Die geschichtliche Heimatkunde ist niemals Selbstzweck, sondern sie ist, nur eine Dienerin des Geschichtsunterrichts. Und doch wird sie dazu beitragen, die Kennt- nis der Heimat selbst zu erweitern und zu vertiefen. Dem Schüler ist die Heimat am Schlusse des Unterrichts eine ganz andere wie vorher. Das Landschaftsbild schaut ihn jetzt an wie ein guter Freund, den er durch täglichen vertrauten Umgang lieb gewonnen, der ihm täglich neue, gern gelöste Rätselfragen aufgiebt, in dessen Wesen er schätzenswerte Einblicke gethan und dessen Antlitz mit den charakteristischen Zügen sich ihm tief ins Herz geprägt hat ¹).
Frick ²) verlangt, dass jede höhere Schule eine knappe, übersichtliche Zusammen- stellung des heimatkundlichen Stoffes besitze, am besten in zwei Abteilungen ge- schieden, eine für das Material der natürlichen, eine andere für das Material der geschicht- lichen Heimatkunde. In diesem Sinne habe ich versucht für das Bensheimer Gymnasium das Material der geschichtlichen Heimatkunde zusammenazustellen.
Im wesentlichen sind es die alten Gebiete von Lorsch, Katzenellenbogen und Erbach, die hier Berücksichtigung finden müssen. Der Odenwald ist also behandelt, ab- gesehen von den Gebieten, die im Osten und Süden nach den Thälern des Main und des Neckar hin ihren natürlichen Ausgang finden und deren Geschicke nur im Zusammenhang mit einer Geschichte des Main- und des Neckarthals geschildert werden können. Die rechtsrheinische Ebene, in die der ganze Verkehr der westlichen Teile des Gebirges ausmündet, ist in ihrer ganzen Ausdehnung vom Neckar bis zum Main in die Darstellung hineingezogen. Zur Ab- grenzung dieses Gebiets von der Mainebene sind wir der alten katzenellenbogenschen Landes- grenze gefolgt, sodass Grossgerau, Trebur und Rüsselsheim noch in den Rahmen der Dar- stellung fallen.
Der Unterricht selbst wird, zumal auf der oberen Stufe, diese Grenzen oft überschreiten und auch an den reichen Stoff, den die Geschichte von Seligenstadt, Frankfurt, Mainz, Oppen- heim, Worms, Heidelberg, Wimpfen bietet, anknüpfen. Aber in unserer Darstellung konnten diese Städte nicht berücksichtigt werden, zumal deren Spezialgeschichte jedermann leicht zu- gänglich ist.
Die Aufgabe der nachfolgenden Darstellung ³) schien mir darin zu bestehen, eine mög- lichst kurze und übersichtliche Zusammenstellung des heimatlichen Materials zu bieten, aus der der Unterricht jedesmal das auswählen kann, was ihm gerade für seine Zwecke dienlich erscheint. Ich habe deshalb absichtlich darauf verzichtet, die Darstellung dadurch zu beleben, dass ich einzelne interessante Abschnitte weiter ausführte. Dagegen schien es mir geboten, der Arbeit eine Anzahl Litteraturnachweise beizufügen, auf die die Behandlung im einzelnen zurückgehen kann. Doch hatte ich auch hierbei nur Schulzwecke im Auge.
1) Rott, a. ga. O S. 15.
²) Frick L. P. 29, S. 133.
³) Die Grundlage dieser Materialsammlung bildet ein kleiner Aufsatz, den ich unter dem Titel:„Aus der Geschichte des vorderen Odenwalds“ im vorigen Jahre als Zeitungsfeuilleton erscheinen liess. Doch musste das Schriftchen zu Schulzwecken einer Umarbeitung unterzogen werden. Hierbei hat mich in freundschaftlichster
Weise Herr August Balser, Lehramtsaccessist in Darmstadt, unterstützt, dem ich auch an dieser Stelle für seinen Rat und seine Hilfe herzlichen Dank sage.


