Aufsatz 
Über die Radioaktivität einiger Süßwasser-, Mineral- und Thermal-Quellen des Taunus
Entstehung
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III. Zur Geschichte der Anstalt.

Das Schuljahr wurde am 12. April 1904 in der üblichen Weise eröffnet.

Durch Bestallungsurkunde vom 30. März 1904 war der bisherige Kandidat des höheren Schulamts, Herr Dr. Paul Dreyer). zum Oberlehrer ernannt und dem Kgl. Realgymnasium in Wiesbaden überwiesen worden. Derselbe wurde am 11. April 1904 durch den Unter- zeichneten vereidigt und in entsprechender Weise in sein Amt eingeführt.

Die Herren Oberlehrer Dr. Schneider und Oberlehrer Dr. Merbach wurden durch Verfügung vom 14. Mai resp. 14. Juni 1904 zur Teilnahme an dem archäologischen Ferien- kursus in Bonn und Trier bezl. an dem neusprachlichen Kursus in Göttingen auf 10 Tage beurlaubt; ausserdem war der Unterzeichnete im Juni und Dezember je acht Tage als Mitglied der Prüfungskommission für Mittelschullehrer und Rektoren in Cassel abwesend. Herr Oberl. Dr. Schneider mulste wegen eines Falles von Scharlach in seiner Familie etwa 5 Wochen, desgl. Herr Oberl. Steubing wegen Erkrankung in einigen Stunden vertreten werden; sonstige erhebliche Störungen des Unterrichtes kamen nicht vor.

Der Gesundheitszustand von Lehrern und Schülern war durchweg pefriedigend.

Die Ferien entsprachen der Ferienordnung für die höheren Schulen der Stadt Wiesbaden vom 21. April 1902, S. 3471(p. 19).

Wegen grosser Hitze fiel der Unterricht am 6., 7., 14. und 17. Juni, sowie am 7. bis 14. Juli von 12 Uhr ab aus.

Die freien Nachmittage benutzte der Unterzeichnete gern zu Ausflügen mit Schülern in die Umgegend, z. B. am 20. Mai mit dem Stenographenverein zum Grauen Stein, am 30. Mai mit Schülern der oberen Klassen zum Leniaberge und nach Mainz mit Besichtigung der Christuskirche und der Rheinbrücke, am 2. Juli mit der III B* zum Kirschenessen nach Frauenstein, am 14. Dezember mit der III B' und am 21. März mit der IIA nach Mainz zur Besichtigung des Museums, der Christuskirche und der Rheinbrücke. Ebenso übernahmen die Herren Oberlehrer Bierschenck und Rasch mit ihrer Quarta und Obertertia, sowie die Herren J. und P. Weber mit ihrer Quinta und Sexta wiederholte Ausflüge in die schöne Umgebung von Wiesbaden, wofür Schüler und Eltern ihnen reichen Dank zollten. Dass derartige gemeinschaftliche Erholungen auch von der ethischen Seite namentlich bei den unteren Klassen von grosser Bedeutung sind, ist nicht zu verkennen.

Der Turnverein der Anstalt(s. p. 12) pereitete in diesem Jahre seinen Mitgliedern und Freunden eine besondere Freude. Statt nämlich, wie gewöhnlich, zu seinem Ausfluge die Eisenbahn zu benutzen, hatte er ein kleines Dampfboot von Herrn Waldmann in Biebrich

gepachtet und so ging es Samstag den 9. Juli nach der 3. Stunde in Begleitung von Eltern 1) Paul Dreyer, geb. den 10. Juni 1878 zu Goldberg in Mecklenburg, evang. Konfession, besuchte von 1890 1897 das Grossherzogliche Realgymnasium zu Schwerin und von 1897 1901 die Universitäten zu Marburg und Berlin zum Studium der neueren Philologie und Germanistik. Auf Grund seiner Dissertation Zur Clermonter Passion und des ex. rig. wurde er am 9. Mai 1901 zum Dr. phil. promoviert. Sein Staats- examen bestand er am 21. Februar 1902 in Marburg und leistete dann am Goethegymnasium in Frankfurt a. M. das Seminar- und Probejahr ab. Am 10. und 11. Februar 1903 bestand er in Bonn die Turnlehrerprüfung.