Aufsatz 
Die Bildung des Kaufmanns. Rede, gehalten bei der vorjährigen Schlußfeier
Entstehung
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4. Chronik der Anſtalt.

Amtliche Mittheilungen.

Durch hohe Verfügung vom 22. Mai 1865 iſt der evangeliſche Religionsunterricht an der Real⸗ ſchule dem dritten evangeliſchen Pfarrer dahier, Herrn Dr. Emil Steinmetz, bisher Pfarrer in Grün⸗ berg, übertragen worden, nachdem derſelbe bereits am 15. Mai die genannte Dienſtverrichtung von Herrn Pfarramts⸗Vikar Stamm übernommen hatte. Der letztere iſt als Pfarrgehülfe nach Worms verſetzt worden.

Jahresbericht.

Am 11. April des vorigen Jahres wurde das Schuljahr 1864/65 durch den feierlichen Akt im Saale des Caſino zum Gutenberg geſchloſſen, unter allgemeinſter Betheiligung der Angehörigen unſerer Schüler und der Freunde unſerer Schule. Mit Bedauern müſſen wir von dieſem ſchönen, uns lieb gewordenen Lokale ſcheiden, indem ſeit der neuen Einrichtung deſſelben der Raum für unſere Schüler um ſo weniger zureicht, als deren Zahl beim diesjährigen Schluſſe um 45 erhöht erſcheint. Da der Real⸗ ſchule ein eigner Feſtſaal abgeht und wir deshalb nur dieſe eine feierliche Vereinigung der Geſammtſchule haben, ſo müſſen wir um ſo mehr darauf halten, daß dieſelbe auch vollſtändig und in angemeſſener Weiſe ſich betheiligen kann, eine Bedingung, welcher der Saal des Frankfurter Hofs in vorzüglicher Weiſe entſprechen wird.

Das Schuljahr 1865/66 wurde am 11. Mai 1865 mit der beträchtlichen Anzahl von 292 Schüleru eröffnet und am erſten Sonntag der feierliche Gottesdienſt mit bezüglicher Predigt gehalten. Wie ſehr uns auch der ſich mehrende Eintritt in die Realſchule befriedigen kann, ſo geſchieht dies doch nicht in gleicher Weiſe in Hinſicht auf eine gehörige Benutzung dieſer höheren Lehranſtalt. Noch immer tritt eine allzugroße Anzahl von Schülern bereits mit dem 14. Lebensjahre aus und verſäumt es, gerade an der höheren Ausbildung ſich zu betheiligen. Wie viele junge Leute haben uns in ſpäteren Jahren ihr Bedauern und ihre Reue ausgeſprochen, darüber, daß ſie gegen das wohlwollendſte Anrathen der Schule dieſelbe allzufrühe verlaſſen hatten!

Im Anfange des Schuljahres ertrank im Rhein ein Schüler der ſechſten Klaſſe, Sigismund Fialla, 11 Jahre alt, nachdem derſelbe kaum einige Wochen in die Realſchule eingetreten war. Der Verunglückte war bereits beerdigt, als uns die Anzeige von deſſen Schickſal zukam.

Der für die jüngeren Schüler angeordnete unentgeltliche Ferien⸗Unterricht wurde in ſo ausgedehnter Weiſe benutzt, daß in den Herbſtferien eine Vermehrung des Lehrperſonals nothwendig wurde. Ebenſo ſtark war der Gebrauch, welcher von dem unentgeltlichen Beſuch der Bade⸗ und Schwimm⸗ anſtalt gemacht wurde und wir haben die Befriedigung, durch dieſe Kimihtungen einem recht ausge⸗ ſprochenen Bedürfniß nachgekommen zu ſein.

Sowohl während der Ferien, als auch im Verlauf des Sommers wurden in verſchiedene Abthei⸗ lungen kleinere und größere Ausflüge mit den Schülern veranſtaltet, an welchen ſich die Herren Kollegen Kölſch, Würth, von Berks, Bamberger, Vey, ſowie auch die Herren Religionslehrer Schmelzer und Steinmetz in freundlicher Fürſorge betheiligten.