Aufsatz 
Bericht über die 50jährige Jubelfeier
Entstehung
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20. 1. 1891. K. Pr. Sch. K. teilt mit, dass die griechische Prüfungsarbeit bei der Entlassungsprüfung an den Progymnasien künftig wegfallen soll.

28. 1. 1891. K. Pr. Sch. K. erlässt eine Anweisung für die Behandlung der äusseren Dienstgeschäfte der Direktoren etc., durch welche u. a. eine võllige Neuordnung des Inventars(bis z. 1. Mai) und des Archivs(bis zum 1. Juli) aufgegeben wird.

III. Zur Geschichte des Schuljahrs.

Zunächst ist hier zur Geschichte des Schuljahres 1880/00 nachzutragen, dass der mit dem 1. April 1890 in den Ruhestand getretene Oberlehrer Dr. Mösta durch Ver- leihung des Roten Adlerordens 4. Klasse ausgezeichnet wurde.

Das Schuljahr 1800/11 begann am 14. April 1800.

Die erledigte erste Oberlehrerstelle wurde durch Aufrücken der übrigen wissen- schaftlichen Lehrer besetzt. Der ordentliche Lehrer Orth rückte damit zum etatsmässigen Oberlehrer, der wiss. Hilfslehrer Dr. Garthe zum ord. Lehrer auf. Am 1. Juni ver- liess uns der kath. Religionslehrer Pfarrer Kiel, weil er nach Rotenburg a. F. versetzt war, nachdem er über 2 Jahre segensreich an der Anstalt gewirkt hatte. An seine Stelle trat Pfarrer Peter Wiegand, bisher in Kassel.

Am 6. Juni wurde eine Turnfahrt unternommen. Die oberen Klassen besuchten den Heldrastein, die mittleren die Plesse, die unteren den Bilstein, die Vorschulklassen den Hundsrück.

Vom 1. Juni an war der ord. Lehrer Dr. Ritter zu einer militärischen Ubung auf 8 Wochen eingezogen. Da gleichzeitig Lehrer Tassius durch eine Verletzung des Schienbeins bis zu den Sommerferien an das Haus gefesselt und obendrein Dr. Krull durch häusliche Angelegenheiten fast eine Woche lang dem Dienste entzogen war, sowurde es überaus schwer und nur durch die grösste Anspannung aller Lehrkräfte möglich, in dieser Zeit den Unterrichtsbetrieb aufrecht zu erhalten.

Am 17. Juni starb ein früherer Lehrer der Anstalt, Oberlehrer a. D. Eichler. Er war der letzte von den Lehrern, welche vor 50 Jahren bei der Gründung der Anstalt in dieselbe eingetreten waren. Wie er mit reger Teilnahme auch im Ruhestand die An- gelegenheiten seiner alten Schule verfolgte, so brachte er namentlich den Vorbereitungen zu dem bevorstehenden 50-jährigen Jubelfeste, das ja für ihn ein doppelt bedeutsames hätte werden müssen, das lebhafteste Interesse entgegen. Er hat es nicht mehr erleben sollen. Aber die dankbare Erinnerung an den treuen Lehrer ist doch während des Festes mannig- fach zum Ausdruck gekommen, und an der Anstalt, der die Arbeit seines Lebens gewidmet gewesen, wird sein Andenken allezeit hochgehalten werden. Dazu wird auch das lebens- grosse Brustbild des Entschlafenen, welches seine Angehôrigen in das Konferenzzimmer freundlichst gestiftet haben, beitragen.

Der Sedantag wurde von der Anstalt diesmal im Anschluss an die allgemeine städtische Feier begangen, welche dadurch eine besondere Bedeutung erhielt, dass mit ihr die Einweihung des von seinem früheren Standort auf den Marktplatz versetzten Kriegerdenkmals verbunden war.