Aufsatz 
Hundert Jahre Elisabethenschule. Hofmannsches Institut Darmstadt. 1832 - 1932 / Hrsg. v. d. Leitung der Elisabethenschule
Entstehung
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Seit Jahrzehnten hatte außerdem das Stift, als das größte Werk der Inneren Miſſion der evang. Kirche Heſſens ⁵³), neben ſeinem umfang⸗ reichen Dienſt in Krankenhäuſern und Pflegeſtationen die Erziehungs⸗ arbeit in zahlreichen heſſiſchen Kindergärten heute beſucht von faſt 5000 Kindern, in ſeiner Haushaltungsſchule und in ſeinen Krippen aufgenommen ⁵⁵). Die Eingliederung der Eliſabethenſchule als chriſtliche höhere Simultanſchule in ſeinen Organismus brachte der Schule ſelbſt gewichtigen Vorteil. Sie erhielt dadurch innerlich und äußerlich Rückhalt. In einer Zeit wie der unſrigen, in der bei der ſchwierigen Wirtſchaftslage und bei dem Vorherrſchen der Tendenz zu Kollektiven dem freien Wirken von Einzelperſönlichkeiten auch im Schulweſen immer weniger Raum ge währleiſtet iſt, war dies von großer Bedeutung. So gibt die Geſchichte der Schule in den letzten 14 Jahren davon Zeugnis, daß mit der Angliederung der Schule an das Eliſabethenſtift auch eine erweiterte Möglichkeit des Wirkens gegeben war. Auch die nicht leichten Monate nach der Staats⸗ umwälzung, die manche Gefahren für eine Privatſchule ⁵⁴) brachten, und die ſchwierigen Zeiten der Inflation, die ſo vielen freien und öffentlichen Schulen den Untergang bereiteten, konnten die Aufwärtsbewegung nicht hindern. Gerade das ſchwierige Jahr 1922 brachte den Zuſammenſchluß der Schuleltern und Freunde der Schule zur ſog.Schulgemeinde, durch deren Eingreifen gerade in jener ſchwierigen Zeit das Durchhalten der Schule mit ermöglicht wurde. Wir wollen die äußere Entwickelung in dieſen Jahren nur kurz ſtreifen. Die Schülerinnenzahl iſt faſt um das Doppelte von 200 auf 370(1932) geſtiegen. Hand in Hand damit voll⸗ zog ſich auch die räumliche Vergrößerung der Schule. Juli 1918 hatte man das Gebäude in der Neckarſtraße, das 42 Jahre die Schule beherbergt hatte, infolge Kündigung verlaſſen müſſen. Das Haus des während des Krieges eingegangenen Kirſchbaumſchen Inſtitutes, Sandſtr. 12, nahm die Schule auf, 1920 wurde es eigener Beſitz. Die wachſende Raumnot zwang, das 1918 wieder unter dem Namen Töchterheim eröffnete Inter nat aus dem Schulgebäude zu verlegen und ihm ein neues geräumiges Heim in dem für dieſen Zweck 1926 erworbenen Hauſe, Stiftſtr. 9, zu bereiten. Aber auch jetzt mangelte es an Platz für die wachſende Schüler⸗ zahl. Darum ſchritt man 1930 zur Errichtung eines neuen Schulgebäudes en der Riedeſelſtraße, das auch die langerſehnte Turn- und Feſthalle um faßte.

Die reichsgeſetzliche Einführung der 4 jährigen Grundſchule machte in Heſſen die Umgeſtaltung der ſeitherigen höheren Mädchenſchulen zu einer neuen Schulform notwendig, die den Namen Lyceum erhielt. Auch die Eliſabethenſchule nahm dieſe Umgeſtaltung vor, die mit der Einführung eines neuen Lehrplanes verbunden war. Schon 1922 war der Schule das Recht vom Kultusminiſterium verliehen worden, die Oberſekundareife zu

53) vergl. die Feſtſchrift zum 70 jährigen Beſtehen des Eliſabethenſtiftes von Pfarrer Hickel(1928); heute iſt noch eine weitgehende Fürſorgearbeit(Zufluchten

uſw.) hinzugetreten. 51) Die Reichsverfaſſung brachte ihr dann die rechtliche Sicherung.

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