Aufsatz 
Hundert Jahre Elisabethenschule. Hofmannsches Institut Darmstadt. 1832 - 1932 / Hrsg. v. d. Leitung der Elisabethenschule
Entstehung
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vor, einmal ſpäter die Führung der Schule zu übernehmen. Dieſer Augen⸗ blick kam, wie wir ſahen, 1866). Es war ein tragiſches Geſchick, daß der Mann, der neben A. Grein die Leitung damals mit übernahm, der Mitprediger Ernſt Davidſon ſchon 1868 ſtarb. Durch ſeine Heirat mit Emilie Grein war er in den Kreis der Familie eingetreten; dazu brachte er in ſein Amt ſchon eine reiche Erfahrung mit, da er bis dahin an der Mädchenſchule in Gießen mit gutem Erfolg gewirkt hatte ²¹). Seine Lücke füllte der Mitprediger Stamm aus, ein Mann von vornehmer Denkungs art und reichem Wiſſen, vor allem auf literariſchem Gebiet. Zu den Ge ſtalten die aus dem Lehrkörper jener Zeit nicht wegzudenken ſind, zählt auch der Hofprediger Grein. Schon als junger Mitprediger und Lehrer an der Stadtknabenſchule hatte er ſeit 1861 in der Schule unterrichtet. Nach ſeiner Ernennung zum großherz. Hofprediger(1875) blieb er weiter in ihr tätig. Da mit dem Hofpredigeramte keine Gemeindearbeit verbunden war, ſo hatte er Zeit und Muße neben ſeiner Tätigkeit in der inneren Miſſion auch weiterhin ſeine Kräfte der Schularbeit zu widmen. Sein eigentliches Lehrfach war der Religionsunterricht, den er mit großer Wärme und Ein dringlichkeit erteilte*). Ihnen ſchloſſen ſich noch weitere Glieder der Familie an, die zum Lehrkörper der Schule gehörten z. B. Charlotte Stamm, Ottilie Dreſſer geb. Stamm, Lina Stamm, ſodaß zeitweiſe faſt die Zahl 1o erreicht wurde. Die Hofmannſche Schule hatte ſich im beſten Sinne des Wortes zu einer Familienſchule entwickelt. Sie ſteht in dieſer Ausprägung in der heſſiſchen Schulgeſchichte faſt einzigartig da. Hier war der ſeltene Fall eingetreten, daß zwei Ordnungen des Lebens Familie und Beruf eine reſtloſe Verbindung eingingen.

Nicht lange nach 1866 änderte ſich auch das äußere Bild in der Schule. Die Räume reichten nicht mehr für die wachſenden Bedürfniſſe. So ſchritt man 1869 zu einem Schulneubau in der Wilhelminenſtraße. Er wurde im Hofe der Schule errichtet und nahm die Klaſſenräume auf, während das Internat im alten Gebäude blieb. Aber auch dies war nur ein Notbehelf. Da faßte die Schulleitung nach dem Tode von Direktor Hofmann den Entſchluß, der Schule ein ganz neues Heim zu geben. Man erwarb 1874 von der Darmſtädter Bank das vornehme und große Ge bäude in der Neckarſtraße, führte zugleich nach der Waldſtraße zu ein neues zweiſtöckiges Schulgebäude auf und errichtete anſchließend eine be ſcheidene Turnhalle. In dem Neubau waren wieder die Klaſſenräume untergebracht, während das geräumige Wohnhaus die Familien Grein und Stamm ſowie das Internat beherbergten, Hand in Hand damit voll zog man auch den inneren Ausbau der Schule. Schon Anfang der 7oer Jahre umfaßte die Schule 8 Klaſſen, zu denen dann bald noch 2 Fort bildungsklaſſen hinzutraten. Nach deren geordneten Eingliederung in den Schulorganismus war um die Mitte der 70er Jahre der Ausbau zur 1o ¹⁰) 27. 3. 1866(Akt. Hofm. Inſt. Kultusminiſt.). ¹¹) Bericht der Kreisſchulkomm.(Stadtarch. Priv. Schul.). ) desgl. 1879(Stadtarch. Priv. Schul.).