Aufsatz 
Hundert Jahre Elisabethenschule. Hofmannsches Institut Darmstadt. 1832 - 1932 / Hrsg. v. d. Leitung der Elisabethenschule
Entstehung
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Schularbeit verknüpft, die Erziehungs- und Unterrichtstätigkeit war ihnen wirklich Herzensſache.

Durch eigene Herkunft und mannigfache Berührung waren ſie mit Land und Leuten in Heſſen wohl vertraut und in den Bildungsſchichten der heſſiſchen Heimat ſelbſt ob ihrer Tüchtigkeit geachtet und bekannt. Man hat ſich heute daran gewöhnt, die Zeit nach der Reichsgründung als geiſtig und religiös unfruchtbar anzuſehen. Gewiß: das kulturelle Leben ſtand weithin ſeit den 50 er Jahren unter dem Einfluß des Materialis⸗ mus, dieGründerjahre geben auch dem Wirtſchaftsleben der Zeit das Gepräge. Und doch iſt es nur die eine Seite. Forſcht man weiter, ſo findet man doch auch große Kreiſe des deutſchen Bürgertums, die dem Zeitgeiſt nicht huldigen. Auch die neue Leitung des Hofmannſchen In ſtitutes gehört zu ihnen und ſie hat ernſthaft verſucht, fernab von den weithin herrſchenden Zeitanſichten die Schularbeit zu führen. Als Ziel be kannten ſie ausdrücklich:Unſere Schule will ihren Zöglingen auf reli giös⸗ſittlicher Grundlage eine höhere Bildung geben, ſie will durch Kennt nis der Natur, Kunſt und Geſchichte ihren Sinn für das Wahre, Gute und Schöne wecken und neben gründlicher Erlernung des Fränzöſiſchen und Engliſchen durch ſorgfältige Pflege der Mutterſprache die Liebe zum Vaterlande nähren. ³⁶)

Die führende Perſönlichkeit innerhalb der Schule war Amalie Grein. Sie war klug und mit großem pädagogiſchen Geſchick ausgerüſtet.Eine ſür die Erziehung der Mädchen ſehr geeignete Perſönlichkeit, eine gebil dete, von Jugend an in dem Inſtitut aufgewachſene tüchtige Lehrerin, welche die Mädchen ſehr an ſich zu feſſeln weiß, berichteten die Akten der Kreisſchulkommiſſion über ſie ³⁷). Dazu beſaß ſie die natürliche Be gabung zur Leitung eines ſolchen Werkes; auch trotz aller perſönlichen Güte die Gabe des Durchgreifens. Sie und ihre Schweſter, ihre mütterlich geſinnte jahrelange Mitarbeiterin, waren am längſten mit der Schule ver bunden. Vorbereitet von ihrem Onkel Theodor Hofmann hatten ſie beide zuſammen mit ihrer Kuſine Johanna Stamm, der ſpäteren Gattin des Hofpredigers Grein, ſchon 1858 vor der großherz. Oberſtudiendirektion in Darmſtadt die Prüfung für das höhere Lehrfach abgelegt ³s). Es iſt für die Geſchichte der Mädchenbildung bemerkenswert, daß ſie, ſoweit wir ſehen, die erſten Frauen in Heſſen waren, die ein ſolches ſtaatliches Lehrerinneneramen beſtanden haben. Zu Beginn des nächſten Jahres übernahmen Amalie Grein und J. Stamm auf Wunſch ihrer Tante das gat als ſelbſtändige Leiterinnen, nachdem auch die Oberſtudien die Genehmigung hierzu erteilt hatte ³⁹). Es war dies ein kluger ſie wuchſen damit nicht nur in Geiſt und Leben der Schule hin enſt im Internat bereitete außerdem die jungen Lehrerinnen

es Mitpredigers Stamm 1878 an die Kreisſchulkommiſſion(Stadt⸗

1879.(Stadtarch. Pr. Sch.). u. Genehmigung 15. 2. 1858.(Stadtarch. Priv. Schul.). 88) 10. 1. 1859(Akt. Hofm. Inſt. Kultusminiſt.).

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