Aufsatz 
Hundert Jahre Elisabethenschule. Hofmannsches Institut Darmstadt. 1832 - 1932 / Hrsg. v. d. Leitung der Elisabethenschule
Entstehung
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an führte er die Schule als Direktor. Die Loslöſung der Realſchule von der Polytechniſchen Schule iſt mit ſein Verdienſt. Perſönlich war er ein kluger, vornehm denkender Menſch, von deſſen tiefer Frömmigkeit auch Andersdenkende einen nachhaltigen Eindruck empfingen ²⁴). Eine weitere Mitarbeiterin an der Schule war Luiſe Müller, die Tochter eines heſ⸗ ſiſchen Offiziers. 1833 hatte ſie in Darmſtadt eine Elementar- und Hand⸗ arbeitsſchule eröffnet, um in ihrmit höherer Erlaubnis jungen Mädchen gebildeten Standes Unterricht in weiblichen Arbeiten und bis zum 6. Lebensjahre auch Unterricht im Leſen und Schreiben zu erteilen ²). Ein Jahr darauf finden wir ſie im Hofmannſchen Inſtitut tätig, ja ſie zeichnet ſogar einige Zeit als Mitvorſteherin. Vermutlich wird ſie die Führung der Elementarklaſſe inne gehabt haben. Nach einigen Jahren ſchied ſie jedoch aus dem Kollegium aus.

Der gute Ruf, den die Schule unter Küchlers Leitung beſaß, ging unter der neuen Leitung nicht verloren. Durch tüchtige Leiſtungen mehrte ſich das Anſehen. Die Schule wuchs ſeit 1832 äußerlich und innerlich. Außerlich zeigte ſich das ſchon an dem Schulgebäude. Urſprünglich war die Schule in der Kranichſteiner Straße, in der Wohnung des Pfarrers Hofmann, beheimatet. Da der Platz nicht reichte, zog man bald in die Grafenſtraße über. Aber auch hier fehlte es bald an Raum. Da fand das Inſtitut 1841 das Heim, das, wiederholt baulich vergrößert, ihm für 34 Jahre Unterkunft gewähren ſollte. Anfang der 40 er Jahre waren die Häuſer Wilhelminenſtraße 35 und Hügelſtraße 41 durch Heirat in den Beſitz des Direktors Hofmann übergegangen. Hierhin ſiedelte dann auch die Schule über. Sie umfaßte 1840 ſchon drei Klaſſen ²⁸), alſo genau ſo viel wie die ſtädtiſche höhere Mädchenſchule. Auch der Unterricht ſelbſt war inhaltlich auf voller Höhe. Vergleicht man Unterrichtsfächer und Lehrplan mit den Lehrplänen der führenden höheren Mädchenſchulen in Deutſchland zu derſelben Zeit, ſo findet man kaum einen Unterſchied. Die einzelnen Unterrichtsfächer waren: Religion, Denkübungen, deutſche und franzöſiſche Sprache und Literatur, Arithmetik, Geſchichte, Geographie, Naturgeſchichte, Zeichnen, Geſang, Handarbeit. Das Schulgeld war den Klaſſen entſprechend geſtaffelt und betrug für die erſte Klaſſe 4 fl., die zweite Klaſſe 3 fl., die dritte Klaſſe(Elementarklaſſe) 2 fl. im Viertel⸗ jahr 22). Jede Klaſſe umfaßte zwei bis drei Jahrgänge.(Alſo vom 6. bis etwa 13. Lebensjahre.) Die Aufwärtsentwicklung wurde weſentlich gefördert durch die Angliederung eines Internates, oderPenſionates, wie man es damals nannte. Es war vornehmlich für auswärtige Schü lerinnen berechnet. Gerade hier lag die Stärke der Schule und in dieſer Erziehungsarbeit entfalteten Jeanette Hofmann und ihre Nachſeggerinnen

2) Üüber ſein Leben. Vergl. Nekrolog von Dr. Wleiß), Darmſtädter Zeitung v. 13. 5. 1873.

²⁵) Gr. Heſſ. Zeitung v. 2. 5. 1833, die übrigen Mitteilungen verdanke ich Frl. Charl. Stamm.

²⁶) Vergl. Heſſ. Adreßbuch 1841(Stadtarchiv).

²⁷) ſ. o. auch Engliſch wurde getrieben.

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