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dieſen Uebelſtand teilweiſe zu beſeitigen, und weil auch ſämtlichen berechtigten Landwirtſchaftsſchulen von Reichswegen geſtattet wurde, ſtatt zweier Fremdſprachen nur eine zu betreiben, hat man von Oſtern 1894 ab das Engliſch in den 3 Landwirt⸗ ſchaftsklaſſen wegfallen laſſen, ſodaß ſeitdem auch bei uns nur noch eine Fremdſprache(Franzöſiſch) unterrichtet wird. Die Stundenzahl im Deutſchen und Franzöſiſchen konnte dadurch um je 1 vermehrt werden. Dieſe Aenderung des Lehrplanes wurde von der Reichsſchulkommiſſion als eine für unſere Land⸗ wirtſchaftsſchule heilſame angeſehen und durch das Reichsamt deß Innern der Anſtalt die bisherige Militaͤrberechtigung be⸗ aſſen.
Auch in der Verwaltung wurde ſeit 1. April 1894 eine weſentliche Vereinfachung eingeführt. Während nämlich ſeither Realſchule und Landwirtſchaftsſchule in Voranſchlag und Rech⸗ nung noch getrennt waren, wurden ſie von nun an auch in dieſer Hinſicht als eine Anſtalt betrachtet.
Im Januar 1895 hat Herr Dr. Knapp die Direktor⸗ ſtelte der Zuckerfabrikgenoſſenſchaft zu Groß⸗Umſtadt über⸗
nommen. Auf ſein Nachſuchen wurde er daher aus ſeinem
Dienſt an unſere Anſtalt, dem er ſeit der Gründung der Schule mit Eifer und Treue über 6 Jahre oblag, entlaſſen. Er hatte aber noch die Freundlichkeit bis zum Schluſſe des Schuljahres 7 Stunden Landvirtſchaft in der 1. Klaſſe zu übernehmen. Als ſein Nachfolger trat Herr Landwirtſchaftslehrer Dr. Gräfe aus Bautzen am 12. Mai 1895 in unſere Anſtalt ein.
Im übrigen ging das Schulleben in ſeinem Gleichmaß ruhig weiter, aus dem es am 16. November 1897 plötzlich und unerwartet herausgeriſſen werden ſollte. An dieſem Tage ver⸗ ſchied Herr Prof. Dr. Vogel infolge eines Schlaganfalles. Der Entſchlafene,„der ſelbſt Zögling der Anſtalt und als Lehrer bei der Gründung der Landwirtſchaftsſchule eifrig tätig war, hat 17 Jahre lang an unſerer Schule mit treuem Pflichteifer als tüchtige Lehrkraft gewirkt; unermüdlich hat er mit regem Eifer und voller Hingabe an dem Blühen und Gedeihen un⸗ ſerer Anſtalt mitgearbeitet. Von wiſſenſchaftlichem Streben ge⸗ trieben, ſuchte er raſtlos ſeine Kenntniſſe mehr und mehr zu erweitern. Die Schule wird ihm ein treues Andenken be⸗ wahren.“ Schüler und Freunde des Verſtorbenen ſtifteten im Jahre 1902 zu ſeinem Andenken eine Platte aus ſchwarzem ſchwediſchen Granit, die an der Wand zwiſchen den Eingängen zum chemiſchen Laboratorium und dem Lehrſaale für Chemie


