Aufsatz 
Festschrift zur Feier des 25jährigen Bestehens der Großherzogl. Landwirtschaftsschule zu Groß-Umstadt am 20. und 21. September 1913
Entstehung
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richtet. Dieſer Inneneinrichtung galt die weitere Arbeit, es galt den Bau wohnlich und zweckentſprechend herzuſtellen, die Schule alſo zu organiſieren und zu entwickeln. Und hierbei zeigte ſich die pädagogiſch geſchulte und geſchickte Hand des Leiters der Anſtalt, des Herrn Direktors Dr. Derſch. Sein verſtändnis⸗ voller Takt ließ manche Schwierigkeiten, die ſich anfangs der Entwicklung hemmend in den Weg zu ſtellen ſchienen, verhältnis⸗ mäßig leicht überwinden. Er hat es fertig gebracht, daß die neue Landwirtſchaftsſchule ſich mit der Zeit gut und ſchön in das Getriebe der Realſchule einfügte, daß die Landwirtſchaftsſchule ſomit keine neben der Realſchule beſtehende, mit dieſer etwa nur durch gemeinſchaftliche Verwaltung und gemeinſame Direk⸗ tion verbundene Anſtalt iſt, ſondern daß ſie eine in die Realſchule eingegliederte, mit dieſer eine organiſch verbundene Anſtalt, ein Glied des Geſamtorganismus iſt, das in den oberen Klaſſen die landwirtſchaftlichen Fächer vorzugsweiſe berückſichtigt, wäb⸗ rend die 3 unteren Klaſſen beider Abteilungen als gemeinſamer Unterbau dienen.

Es iſt eine bekannte Sache, daß eine neue Schule von unten herauf entwickelt werden muß. Und ſo kam es, daß auch unſere Landwirtſchaftsſchule den Unterricht erſt mit der un⸗ terſten, der dritten Klaſſe begann. Obgleich dieſe Klaſſe nur 6 Schüler aufzuweiſen hatte(ſiehe Schülerverzeichnis), ſo war doch in dem alten Realſchulgebäude kein Raum für ſie vorhan⸗ den. Sie mußte wie ſpäter auch die übrigen Landwirtſchafts⸗ klaſſen, bis das neue Realſchulgebäude errichtet worden war, vorläufig wenigſtens in der Landwirtſchaftslehre, in dem über dem Eingangstor belegenen Zimmer des Rathauſes unterrichtet werden.

Neben dieſer räumlichen Einrichtung hielt die geiſtige, die unterrichtliche gleichen Schritt. Sofort nach Eröffnung der An⸗ ſtalt ging man an die Aufſtellung des Lehrplanes und an die Anſchaffung der Lehrmittel. Der Lehrplan lehnte ſich im weſent⸗ lichen an denjenigen der preußiſchen Landwirtſchaftsſchulen an, zeigte gegen dieſen einige Abweichungen, die auf Erweiterung des Lehrzieles und Vermehrung der Stundenzahl in der Landwirt⸗ ſchaftslehre gerichtet waren und von der oberen landwirtſchaft⸗ lichen Behörde nicht nur gutgeheißen, ſondern auch als Ver⸗ beſſerungen angeſehen wurden.

Dieſer bis zu Oſtern 1894 giltige Lehrplan möge hier des Raummangels wegen nur durch eine tabellariſche Ueberſicht der Lehrſtunden ſkizziert werden.