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Zwingenberg, Schloss Auerberg und dem hessischen Anteil von Kürnbach.
Was die Erwerbung der Katzenelnbogischen Besitzungen für Hessen bedeutete, ist schon klar aus dem, was im Verlaufe der Darstellung über die Gebiete im Einrich und am Rhein einerseits und über die im Oberrheingau andererseits gesagt worden ist. Im staatlichen Zusammenhange mit dem geschlossenen Gebiete der Landgrafschaft Hessen musste ihre Bedeutung eher noch ge- steigert werden. Hessen war dadurch bis an den Rhein gekommen, der vielumstrittenen, vielbegehrten Handels- und Zollstrasse, Hessen hatte aber auch in Süddeutschland festen Fuss gefasst. Rheinische und süddeutsche Interessen müssen nunmehr auch die Politik der hessischen Landgrafen be- stimmen und haben sie bestimmt, wie die Geschichte Philipps des Grossmütigen erweist.
VI. Bis zum Tode Philipps des Grossmütigen.
a. Erwerb von Eppenstein und Gewinn im bayrisch-pfälzischen Erbfolgekrieg.
Heinrich III. der Reiche hatte insofern eine Reihe von Jahren die ganze Landgrafschaft in seiner Hand vereinigt, als er seit dem Tode seines Bruders Ludwig II. des Freimütigen 1471 die vormundschaftliche Regierung für seine beiden gleichnamigen, noch minderjährigen Neffen Wilhelm I. und Wilhelm II. führte. Als Heinrich III. i. J. 1483 starb, folgte ihm sein Sohn Wil- helm III.(zunächst unter der Vormundschaft seines Oheims Her- mann von Köln, wobei aber Hans von Dörnberg seine alte Rolle weiter spielte), so dass damals in Hessen drei Fürsten gleichen Namens nebeneinander regierten. Denn die beiden Fürsten von Niederhessen hatten das ihnen zugefallene Erbteil auf das Drängen des jüngeren geteilt. Dem Verlangen Wilhelms II. hatte der ältere Bruder, der von milder Gemütsart war, nachgegeben und ihm einen Teil der väterlichen Besitzungen zur Regierung überlassen. Ja mit der Zeit setzte der ehrgeizige und tatkräftige Wilhelm II. es durch, dass ihm(1487) mit Zustimmung der Landstände der grösste Teil von Niederhessen und die Städte an der Werra mit dem Sitze in Spangenberg eingeräumt wurde, während dem nachgiebigen Bruder nur der kleinere Teil von Niederhessen mit der Haupt- stadt Kassel blieb.
Von den 3 Fürsten schied zuerst Wilhelm der Aeltere aus; von einer in den Jahren 1491 und 1492 nach Jerusalem unter- nommenen Eilgerfahrt war er körperlich wie geistig so zerrüttet zurückgekehrt, dass er 1493 abdankte und seinem Bruder das Land abtrat. Nach anfänglich wechselndem Aufenthalt kam er sehr bald(1496), da seine Unzurechnungsfähigkeit immer klarer zu Tage trat, nach Spangenberg unter die Aufsicht und Vormund-


