Aufsatz 
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Zwingenberg der älteren Linie. Der ältere Sohn Diethers III., Wilhelm I., erhielt 13. Juli 1330 von Kaiser Ludwig dem Baier für diesem geleistete Dienste die Erlaubnis, Darmstadt mit Mauern und Graben zu umgeben; auch Stadtrecht sowie ein Wochen- und Jahrmarkt wurde Darmstadt damals verliehen ¹45. Graf Wilhelm I. war es auch, der mit der Erbauung eines Schlosses zu Darmstadt begann. Die jüngere Linie erbaute sich in der Nieder-Graf- schaft die Burg Neu-Katzenelnbogen über St. Goarshausen(gegen- über Rheinfels) und besass in der oberen Grafschaft die Schlösser Auerberg und Dornberg(zum grössten Teil) mit Zubehör. Da die beiden Linien nach dem Tode ihrer Stifter sich nochmals in zwei Aeste spalteten, verlor das gräfliche Haus an Bedeutung, zumal die verschiedenen Zweige beim Aussterben einer Linie in heftige Streitigkeiten gerieten 146. Neuen Aufschwung nahm das Grafenhaus erst mit dem Urenkel des Begründers der jüngeren Linie(Eberhard), dem tüchtigen Diether VI. Abgesehen davon, dass er durch den Er- werb ansehnlicher Güter das Gebiet vergrösserte, erbaute er die Burg Neu-Katzenelnbogen und führte sein Haus einer neuen Glanz- zeit entgegen, indem er die Vermählung der einzigen Tochter und Erbin des Grafen Eberhard V. von der älteren Linie mit seinem Sohne Johann III. zustande brachte ¹47. Dadurch wurden die Be- sitzungen der beiden Linien 1403 wieder vereinigt. Den er- weiterten und gesicherten Besitz hinterliess Johann III., ein tüch- tiger Regent, seinem Sohne Philipp dem Aelteren, mit dem der Mannesstamm des Hauses so jäh erlöschen sollte. Dieser hatte zwar einen Sohn, Philipp d. J. Aber mit dem frühzeitigen Tode dieses einzigen männlichen Leibeserben(er starb im 26. Lebens- jahre 1454) war es zur Gewissheit geworden, dass seine einzige Tochter ihrem Gemahl die Katzenelnbogischen Lande zubringen würde. Die Regierungszeit Philipps des Aelteren selbst aber ge- staltete sich noch zu einer Glanzzeit der Grafschaft. Er war ein vortrefflicher Haushalter, der zwar von hölzerner Schüssel zu essen pflegte, aber immer bereit war, für den Ankauf von Gütern Geld auszugeben. Er hatte sich noch mehr wie seine Ahnen ein Ver- ständnis für das wirtschaftliche Leben seiner Zeit anzueignen und sich mit Geld und Geldeswert vertraut zu machen gewusst. Philipp schien, sagt Wenck, beinahe die allgemeine Geldquelle am Rheinstrom zu sein, aus der seine bedrängten oder verschul- deten Nachbarn schöpften. Er erweiterte sich überall, kaufte, löste Pfandschaften an sich, und doch hinterliess er bei seinem Tode noch einen grossen Reichtum an barem Geld und Kostbarkeiten. Unter den Erwerbungen Philipps ist besonders ein Vierteil der Grafschaft Diez an der Lahn 1453 und ein Vierteil von Stadt und Amt Butzbach 1478 zu nennen.

1as Wenck, HI. I, 408 UB S. 126. 18 Wenck., HI. I. S. 388 f. 0B n. 141. 144, 163, 164, 191, 208, 218, 234. in Wenck, HI. I, S. 491, UB n. 270 8. 195.