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Hartenrod. Pfalz besass die Talcent, die Cent Waldmichelbach und Hammelbach, dazu kam 1277 ¹32 Burg und Amt Lindenfels, ursprünglich vielleicht ein Lorscher Lehen, durch Kauf, ebenso 1390 zur Hälfte(mit Hanau geteilt) die Burg Otzberg ¹³³ mit Gross- Umstadt von Fulda. Auch im Lobdengau wusste Pfalz das Stift Worms allmählich ganz zu verdrängen.
Im äussersten Südosten gelangten die Centen Amorbach und Mudau an das Kloster Amorbach und von diesem in späterer Zeit(1659) an Mainz. Die Grafen von Erbach ¹³¹, pfälzische Erbschenken, besassen im äussersten Süden des Maingaues ein ansehnliches Gebiet, das sie durch Kauf und Erbschaft zu mehren wussten; sie nannten fast das ganze Mümlingtal ihr Eigen, die Centen Beerfelden und Michelstadt; in die Herrschaft Breuberg teilten sie sich seit 1548 mit den Herrn von Stolberg-Königstein, im Anfang des 17. Jahrh. mit denen von Löwenstein. Sehr alte Besitzungen(aus dem 13. Jahrh.) der Erbacher waren die Cent Reichelsheim im Gebiet der Gersprenz und das zur Cent Heppen- heim gehörige Schloss Schönberg mit Umgebung. Die fuldischen Besitzungen am Mainknie bei Steinheim gingen schliesslich nach mancherlei Wechsel auf Mainz über. Südlich davon— mit der Cent Babenhausen— und westlich— mit dem Gericht Hain in der Dreieich und den Aemtern Rüsselsheim und Kelsterbach waren die Herren von Hagen, dann von Münzenberg³? von Ein- fluss; Babenhausen ging später an Hanau über, Dreieichenhain an Isenburg. 136 Umfasst von katzenelnbogischem, erbachischem und mainzischem Besitz lag an der Bergstrasse das Territorium der alten Dynasten von Bickenbach. ¹³7 Im allgemeinen nimmt also die Territorialentwicklung in unserem Gebiet den Verlauf, dass mit der Auflösung der Gauverfassung zunächst geistliche Stifter sich in Besitz des Reichsgutes, von Gerechtsamen und Hoheitsrechten setzten. Als ihre Verwalter amtierten Vögte, die aus Mitgliedern der angesehensten Adelsfamilien gewählt waren. Mit der Zeit ver- standen es aber viele dieser Familien den ursprünglich als Lehen übertragenen Besitz in Eigentum zu verwandeln.
So war auch der Ausgangspunkt der Katzenelnbogener im Oberrheingau ursprünglich geistlicher Besitz. Denn i. J.
¹32 Scriba, HR n. 568.— Häusser, Gesch. d. rhein. Pfalz I, 101.
¹33 Wenck, HL I, UB n. 276 S. 201.
¹34 Schneider, Erbachische Historie.— Simon, Die Gesch. der Dynasten u. Grafen zu Erbach 1858.— Eigenbrodt, AHG 2, 189 u. Knapp, ibid. 5, 3.
¹3s Ueber die Herren v. Münzenberg vgl. Wenck, HL I, 271 ff.; Rommel, HG J, 330 ff.
¹86 Simon, Gesch. des Hauses Ysenburg. Ueber die Grafen v. Hanau Rehm, ZHG, N. F. 3, 114 ff.— E. J. Zimmermann, Hanau, Stadt u. Land 1903. S. 3— 98, 669— 686, 756— 791(mit Karte).— Dommerich, Territorialgesch. d. Grafsch. Hanau v. 13. Jhrdt. bis 1736 i. d. Mitteil. d. Hanau. Bez. V. f. hess. Gesch. N. 1 u. 2.
¹37 Ueber die Herrn v. Bickenbach vgl. Wenck, HL I, 215— 218; 297— 313; 417— 452; 630— 632.


