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worden ist. In fränkischer Zeit umfasste unser Gebiet vier Gaue: ¹²⁵ den Oberrheingau, der in sich die Rheinebene, aber auch die Bergstrasse einschloss, während die Ostgrenze mehrfach aussprang und namentlich im südlichen Teile grosse Gebiete des Odenwaldes mit einbegriff(östliche Grenze Felsberg, Beerfelden, Eberbach) den Maingau, der westlich an den Oberrheingau stiess, östlich bis über den Main sich fortsetzte, südlich bis Miltenberg reichte den Lobdengau, der sich in der Linie Lampertheim Hirsch- horn südlich an den Oberrheingau anschloss und sich über den Neckar erstreckte den Gau Wingarteiba, der im Westen und Norden an den Oberrhein- und Maingau grenzte, also nur ganz geringen Anteil an Starkenburg hatte. Als in unserem Gebiete die Auflösung der Gauverfassung begann, wussten namentlich geistliche Stifter, Bistümer, Klöster solche königlichen Rechte, die bisher von den vom König als seinen Beamten eingesetzten Grafen ausgeübt wurden, an sich zu bringen. Ausser den Bistümern Mainz, Worms und Würzburg waren es namentlich die Klöster Lorsch, Fulda und Amorbach, denen damals ausser ausgedehntem Grundbesitz solche Aemter, Gerechtigkeiten und Hoheitsrechte jeder Art zufielen. Durch diesen Uebergang von Reichs- und Grafschafts- rechten in geistlichen Besitz wird die spätere Territorialentwicklung in Starkenburg vermittelt. So erhielt Worms die Grafschaft im Lobdengau und Wingarteiba 1011 ¹²6, nachdem ihm der Königs- bann im Forst Forehari bereits 1002 ¹²7 übertragen war. Lorsch empfing schon 773 durch Karl den Grossen die ausgedehnte Mark Heppenheim, die fast den ganzen Süden des heutigen Starkenburg umfasste; dazu kam noch 896 die Villa Gernsheim mit sämtlichem Eigentum daselbst, während es von Einhart das Kloster Michel- stadt 819 erhalten hatte ¹²s. Der nördliche Teil des Oberrheingaues fiel 1013 ¹29 als Grafschaft Bessungen an das Bistum Würzburg, während Fulda nördlich der unteren Gersprenz 768 mit Gross- Umstadt nebst Otzberg und der Herrschaft Breuberg ¹³⁰ sich fest- setzte und Amorbach ¹³¹ den westlichen Teil von Wingarteiba an sich brachte. Lorsch fiel 1232 an das Erzstift Mainz, aller- dings nicht ohne dass von Kurpfalz lange Zeit dieser Besitz streitig gemacht worden wäre. Die von Mainz bis 1802/3 behaupteten Gebiete umfassten die Centen Gernsheim, Heppenheim mit Bens- heim und Lorsch, sowie Fürth und Mörlenbach, Absteinach und

¹²5 Zur Gaueinteilung s. Anm. 12.

¹126 Scriba, HR n. 396 u. 937. Schannat, hist. ep. Worm. II, 38.

121 Scriba, HR n. 221.

12s Lorsch, z. J. 773, 819, 896. vgl. Scriba, HR n. 39, 145, 187. Decker, AHG 6, 553 ff. Schenk z. Schweinsberg, AHG 14, 738. Schreiber, AHG. N. F. 2, 361 ff. Zur Geschichte der Abtei vgl. Dahl, Beschreibung des Fürstentums Lorsch 1812. Falk, Gesch. d. Klosters Lorsch 1866. Kieser, Beiträge z. Gesch. des Klosters Lorsch. Gymn. Pr. Bensheim 1908 u. 1909.

129 Wenck, HL I. UB n. 2 u. 3 S. 4 u. 5. Scriba, HR n. 229.

¹30 Schannat, trad. Fuld. p. 14.

¹131 Gropp, historia monast. Amorbacens. 1736.