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spielt auch immer der Rheinzoll zu Goar. Zum andern musste von Einfluss auf die Haltung der Katzenelnbogener sein, dass ihr Gebiet an drei von den rheinischen Kurfürstentümern grenzte: an Mainz mit seinen ausgedehnten Besitzungen im Niederrheingau, an Pfalz(Stahleck, Kaub), an Trier am linken Ufer des Rheins. Wir finden daher die Grafen meist in engem Bunde mit den rheinischen Erzbischöfen, häufig aber im Kampfe gegen die Städte, so z. B. gegen den rheinischen Städtebund, der von der Erbauung der Burg Rheinfels neue Belästigungen für die Schiffahrt be- fürchtete und dieses Schloss 16 Monate belagern liess, allerdings ohne etwas auszurichten.

b. Die Obergrafschaft.

Wie nun diese Grafen von Katzenelnbogen ihre Stellung im Oberrheingau erlangten und den Grund zur Ober-Grafschaft (So genannt vom Standpunkt ihres Stammlandes am Rhein bei Goar aus) legten, ist noch nicht völlig klar, da der Mangel an Urkunden zu gross ist. Bei der zwischen Rhein und Main im Gebiete der heutigen Provinz Starkenburg besonders frühzeitig erfolgenden Auf- lösung der alten Gauverfassung ist es wahrscheinlich, dass die Katzenelnbogener dort ihre Stellung gewannen durch Erbschaft oder Erwerbung gaugräflicher Rechte und Centgerichtsbarkeiten, durch Verwandtschaft mit den Schirmvögten der 1232 an das Erzstift Mainz übergegangenen Abtei Lorsch, mit den Grafen von Lindenfels, den Herrn von Henneberg und den Dynasten von Bickenbach. Dazu kam noch Kauf von Gerechtsamen ausgehender Familien, für die sie sich die Billigung der Lehensherrn, meist geistlichen, zu sichern wussten. Unter den Standesgenossen, die hier auf den Trümmern der Reichsverfassung mit den dem Kaiser- tum abgerungenen Regalien zur Landeshoheit hinstrebten und im Drang und Eifer nach Macht und Geltung sich überboten, ragen die Katzenelnbogener in gewisser Weise hervor. Eine kluge Familien- politik, glückliche Heiraten ¹2³3 mehrten das Gut: eine Zersplitterung des Gebietes wurde durch Majorate ¹24 möglicht vermieden, Gunst und Geldknappheit der Kaiser fügte noch manches hinzu, was von Gefällen oder Gerechtsamen des Reiches übrig geblieben war. Die Grafen taten nicht leicht einen Schritt zurück, ihre Erwerbungen nahmen gleichmässig zu, das Stammgut vermehrte sich stetig. So wuchs das Gebiet der Grafen im Oberrheingau innerhalb von 250 Jahren zu ansehnlicher Grösse und Bedeutung.

Was sich über die Territorialentwicklung des ganzen Gebietes, zu dem der Oberrheingau gehört, sagen lässt, sei kurz zusammen- gestellt, da die von den Katzenelnbogenern an die Landgrafen von Hessen fallende obere Grafschaft das Kernland der heutigen Provinz Starkenburg und damit des ganzen Grossherzogtums überhaupt ge-

¹22 Ihre Heiraten sind zusammengestellt bei Rommel HG IX, 379 Anm. ¹124 Wenck, HL I, UB S. 130 n. 193.