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Friedrich I., dass jener Dorfdistrikt als ein vorheriges Reichslehen nunmehr in ein pfälzisches überging. Diese Dörfer führen später den NamenVierherrengericht; auch der Namedas Vierherrische ist üblich, denn die Hälfte des Gebietes gehörte zu Katzeneln- bogen(später Hessen), ein Viertel zu Nassau-Dillenburg, ein Viertel zu Nassau-Idstein und Nassau-Weilburg¹l¹s. Dazu ward um 1190 noch die wichtige Schirmvogtei von St. Goar, ein Lehen der Abtei Prüm, erworben, das die Grundlage der ganzen rheinischen Graf- schaft wurde ¹¹⁶; bald kamen auch die dazu gehörigen Besitzungen in die Hand der Katzenelnbogener: die Stadt Goar selbst, die Dörfer Nastätten, Hildegenrodt(Hilgert), Burg Schwalbach und die Vogtei Pfalzfeld, alles als Lehen des Erzstifts Trier, des nun- mehrigen Inhabers von Prüm 1. Dazu traten durch die Heirat Wilhelms mit Irmengard von Isenburg noch Bornich, Goarshausen, Patersberg, Offental, Merlau, Hausen. Im Gebiete von St. Goar wird von Diether III. 1245 mit Erlaubnis von Trier Schloss Rhein- fels ¹¹s erbaut; dies erlaubt auch den Bau der Burg Reichen- berg, ausgeführt von Wilhelm I. um 1284, seitab vom Rhein bei St. Goarshausen; sie bildete den Mittelpunkt der ehemals isen- burgischen Besitzungen 11g. Gegen Ende des 13. Jahrhs. ging Schloss und Stadt Braubach, später Marxburg genannt, von Eppenstein auf die Katzenelnbogener über 120. Die Burg Neu- Katzenelnbogen, gewöhnlich die Katz genaunnt, über St. Goars- hausen ward um 1393 von dem Grafen Johann III. erbaut 1¹21. Am Dörsbach standen ausser dem Stammsitz die Burgen Hohlen- fels, Hohenstein, Schwalbach. Derselbe Johann III. wusste seine Besitzungen noch ansehnlich zu vermehren, indem er von seiner Stiefmutter, einer Tochter des Grafen von Nassau-Hadamar, Anteil an Dorf und Bad Ems erwarb und die Herrschaften und Schlösser Driedorf, Hadamar, Laurenburg und Dietkirchen erkaufte 1¹²2.

Die Bedeutung der Niedergrafschaft Katzenelnbogen ist ein- mal begründet in ihrer Lage am Rhein, dessen beide Ufer die Grafen eine Strecke weit beherrschten. Durch Erbauung von Burgen und Anlage von Stadtbefestigungen wurde diese wichtige Position gesichert; so galt St. Goar mit der Feste Rheinfels als einer der wehrhaftesten Punkte am Rhein. Eine grosse Rolle

¹¹ Wenck IIL I, 243 248; UB S. 44. Vogel a. a. O. 224. Rommel, HG IX, 377. Die Namen der Dörfer sind: Kirdorf, Bremberg, Attenhausen, Herold, Ergeshausen, Marienfels, Berg, Huntzel, Ehr, Obertiefenbach, Betten- dorf, Egenrod. Marterod, Langschied, Mappershain, Oberwalmenach, Lautert, Rettershain, Weyer, Ober- u. Niederbachheim, Winterwerb, Kehlbach, Dorn- holzhausen, Geissig, Dessighofen, Singhofen, Rettert. Eine endgiltige Teilung des Vierherrischen wurde erst i. J. 1773 vorgenommen. Vogel a. a. O. 228.

¹16 Wenck, HL. I, S. 118.

¹11 Wenck, HI. I, 257 264. UB S. 110, 133, 250; I, 337 f. UB S. 44.

1is Wenck, HL. I, 321. 3

11 Wenck, HL I, 354 UB S. 99.

¹20 Wenck, HL I, 349 ff. UB 51 n. 72; 58 n. 84.

¹121 Wenck, HL. I, 507.

¹²2 Wenck, HL. I, 508 UB S. 213 220 n. 290 299.