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gegnet uns 1102 Heinrich I., der sich nach der im Niederlahngau eroberten oder erbauten Burg Katzenelnbogen², nicht weit von dem heutigen Bad Langen-Schwalbach, nannte. Eine einwandfreie Erklärung des Namens fehlt noch. Graf Wilhelm I. leitet aus- drücklich in einer Urkunde von 1326 sein Geschlecht, Wappen, Herrschaft von dem Schloss Katzenelnbogen her ¹¹²³. Heinrich II., der Sohn des ersten Heinrich nennt sich seit 1140 Graf ¹¹. Die Besitzungen der Grafen waren anfangs sehr unbedeutend; die eigentliche Grafschaft bestand nur aus 17 Orten, die in drei verschiedenen Gauen lagen: im Niederlahngau(Burg Schwalbach, Dörsdorf, Katzenelnbogen), im Niederrheingau(Kemel, Ruberg, Hof, Laufenfelden, Hohenstein), im Einrich(Meilingen, Erchenrod, Hilderode, Singhofen, Bachelo, Rupertshofen, Nochern, Holzhausen, Nastätten). Sieben von diesen Dörfern sind nicht Eigentum der Familie, sondern nur Lehen in ihrer Eigenschaft als Vögte des Klosters Prüm ¹¹⁴. Noch der obengenannte Hein- rich II. nahm die Gelegenheit wahr, als der Graf Ludwig von Arnstein, der letzte seines Geschlechtes, ins Kloster eintrat, seinen Machtbereich zwischen Rhein und Lahn bedeutend zu erweitern; denn er kaufte i. J. 1158 gemeinschaftlich mit Nassau einen aus 29 Dörfern bestehenden Distrikt auf dem Einrich mit allen gräflichen Rechten von Reinbold von Isenburg, der ihn von seiner Mutter, einer Arnsteinerin, ererbt hatte. Zu ihrer grösseren Sicherheit erwirkten die Käufer es durch Vermittlung des mächtigen Pfalzgrafen Konrad, eines Bruders des Kaisers
¹12 Erklärungen hat der merkwürdige Name mannigfache gefunden. (Ueber die bekannte falsche Deutung aus der Humanistenzeit vgl. Dilthey, AHG 7, 87; Rieger, AHG 13, 409.) Schon von früheren Geschichtsschreibern ist auf den mehrere hundert Meter steil vorspringenden Porphyrfelsen hin- gewiesen worden, der von der alten Burg Katzenelnbogen gekrönt war und in scharfem Bogen von dem Dörsbach umflossen wird. Der Bach bildet dadurch ein Knie oder einen Ellenbogen. Es liegt nun sehr nahe anzu- nehmen, dass der Volksmund, wie er sonst häufig Krümmungen und Uneben- heiten in Berg und Tal, in Feld und Flur nach ähnlich gestalteten Teilen des menschl. Körpers zu benennen pflegte, auch dieses Spiel der Natur als „Ellenbogen“ kennzeichnete. Der altdeutsche Ortsname„elinpoga“ findet sich tatsächlich in verschiedener Bedeutung, als Engpass, Markgrenze, Flussbiegung; in Süddcutschland u. Oesterreich kommt noch jetzt„Ellenbogen“ als Flur- und Ortsnamen vor. Den ersten Bestandteil des Wortes„Katzen“ führt Meinardus, der katzenelnb. Erbfolgestreit S. 1, auf den Personennamen„Chazo“ zurück, der z. B. in Lorscher Urkunden vorkommt, so dass wir eine ähnliche Zusammensetzung fänden wie in Geisenheim mit Geiso, Hattenheim mit Hatto. Nach Köhler(Mitt. d. oh. G. v. 11, 2) ist diese Ableitung germanistisch un- möglich. Vgl. Förster, Altdeutsches Namenbuch„Elinpoga“, AHG 7, 94; Annalen d. V. f. nass. Altertumskunde 9, 371 f.— Kehrein, Nass. Namenbuch S. 221, 351;„Chazo“ auch bei Förstemann u. Kehrein; ein Ort Ellenbogen in der Michelst. Gemarkung Scriba, HEL R. 2487.— Wenck, UB I, 176.
1¹za Wenck, HL I, UB 162, S. 107.
iu Wenck, HL. I, 242.
114 Wenck, HL. I, 243 u. UB S. 19.— Vogel, Beschreibung d. Herzog- tums Nassau 1843, S. 223.— J. Arnoldi, Gesch. d. Oranien-Nassauischen Länder. Hadamar, I. Bd.(1799) S. 22, 141.


