Aufsatz 
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Gieselwerder von den bisherigen Pfandinhabern; auf seine An- sprüche an das Schloss Weidelsburg und die Schönebergischen Lehen verzichtet Adolf zu Gunsten Ludwigs. Dieser verpflichtet sich dahin, in eigener Person mit 1500 Reisigen und 1500 Tra- banten und den nötigen Reisewagen dem Erzbischof Kriegshilfe gegen Diether und dessen Anhang zu leisten, wann und wohin der Erzbischof Adolf bestimmen werde, auf des Erzbischofs Kosten 1¹⁰3.

Kaum war der offene Krieg im Dezember 1461 ausgebrochen. als nun auch Landgraf Heinrich zu den Parteien Stellung nahm. Dass er sich an Diether anschloss, ist begreiflich. Dazu brachte ihn der Gegensatz zu seinem Bruder sowie der Einfluss seines Schwiegervaters, des Grafen Philipp von Katzenelnbogen, der schon seit längerer Zeit zu Diether hielt. Da ausserdem der Kaiser, dessen Kandidat Adolf war, im August 1461 dem König Georg von Böhmen, die Anwartschaft auf die reiche Grafschaft Katzenelnbogen erteilt hatte ¹⁰1, deren Heimfall in greifbarer Aussicht stand, so musste auch die Opposition zum deutschen Oberhaupt den Land- grafen Heinrich ins Lager Diethers treiben. Gemäss dem in Frankfurt am 1. Januar 1462 vollzogenen Bündnis ¹⁰5 wollte Diether dem Landgrafen für seine Hilfe 1000 rheinische Gulden zahlen, während Heinrich als Unterpfand die Städte und Schlösser Batten- berg, Rosenthal, Melnau und halb Wetter(die andere Hälfte war hessisch) erhielt, wofür sich allerdings Diether die Wiedereinlösung für 8000 Gulden ausbedang. Landgraf Ludwig entfaltete bald eine lebhafte Tätigkeit in politischer und kriegerischer Hin- sicht einerseits durch eine Reihe von Sendschreiben an Fürsten und Städte, die diese zum Anschluss an die eigene Partei bewegen sollten, andererseits durch Heereszüge im Gebiete zwischen Main und Rhein und durch die hessischen Lande. Dagegen nahm er an den folgenden Kämpfen auf dem südlichen Kriegsschauplatze bis zur Schlacht bei Seckenheim(30. Juni 1462), durch deren siegreichen Ausgang Diether über seine Gegner das Uebergewicht erlangte, nicht teil; denn ihm lag ein anderes Unternehmen viel mehr am Herzen. Es galt, die ihm verschriebenen mainzischen Besitzungen in Hessen, Hofgeismar, Gieselwerder und Schöneberg, die noch nicht in seinen Händen waren, durch Belagerung zu gewinnen. Hofgeismar fiel am 2. Juli, Gieselwerder am 28. Juli, Schöneberg am 6. November. Da schliesslich auch noch ein Ab- kommen mit den lange widerstrebenden Herren Spiegel auf dem Desenberge bei Warburg zu stande kam, war damit die Diemel- gegend im Besitze des Landgrafen.

ios Siehe Gundlach a. a. O. S. 21 f., 33 f. Dort auch die Verschreib- ungen abgedruckt, die vom 8. Dez. als Beil. 1, die vom 28. Dez. Beil. 2, die vom 7. März Beil. 4.

104 Lünig, cod. Germ. dipl. I, 1491.

1 Vgl. Gundlach a. a. O. S. 23 f. abgedruckt als Beil. 3.