Aufsatz 
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streitpunkte erledigt wurden, und durch eine Erbeinigung; auf einem gemeinen Landtag 1470 ward das Friedenswerk vervoll- ständigt.

Bei der Teilung erhielt Ludwig II. gegen das Erstgeburts- recht den kleineren Teil, nämlich Niederhessen mit der Haupt- stadt Kassel, Heinrich III. den grösseren, Oberhessen mit der Haupt- stadt Marburg nebst Ziegenhain und Nidda. Vom Standpunkte Kassels aus wurden beide Gebiete auch als Land diesseits und jenseits des Spiesses unterschieden. Mit dem Namen Spiess be- zeichnete man ursprünglich einen Wald zwischen Ziegenhain und Homberg a. d. Efze südlich von Spiesskappel: durch ihn führte die schon genannte alte Strasse, die aus der Wetterau heranführte. Der NameSpiess ging dann später über auf einen am Rande des Waldes stehenden Wartturm, neben dem ein Schlagbaum zum Schliessen der Strasse errichtet war. An dieser alten Malstätte wurden schon seit langem Schiedsgerichte gehalten, vom 14. 16. Jahrh. tagten hier die Landtage. Auch die BezeichnungLand zu Hessen für den Kasseler Anteil war üblich, für den Marburger Land an der Lahn.

Von den vorgeschlagenen Teilungen bietet die vom 3. Sept. 1466, wenn sie auch nicht die endgültige war, den bequemsten Ueberblick über den Bestand des damaligen Hessen und seine Teile, seine Aemter, Städte, Dörfer, Burgen und damit über seine geographische Ausdehnung. 4

Niederhessen, das Land diesseits des Spiesses, umfasste 22 meist mit Schlössern versehene Städte: Kassel, Gudensberg, Wolfhagen, Zierenberg, Trendelenburg, Grebenstein, Immenhausen, Witzenhausen, Allendorf, Eschwege, Wanfried, Schmalkalden mit Henneberg gemeinsam, Rotenburg, Spangenberg, Waldkappel(½ ziegenhainisch, ½ hessisch) Lichtenau, Melsungen, Felsberg, Nieden- stein, Homberg, Borken(⁄½ hessisch, ½ ziegenhainisch), Vach. Ferner 9 freie Landesburgen: Der Weidelsberg bei Wolfhagen, Schartenberg, Sababurg, Veckerhagen, Sensenstein, Bilstein, Reichenbach, Heiligenberg, Hauneck. Dazu kamen noch acht ver- pfändete Landesburgen: die Gleichen, Ziegenberg, Ludwigstein, Treffurt(mit Sachsen und Mainz gemeinsam), Wildeck, Friede- wald, Barchfeld, Altenburg a. d. Eder.

Oberhessen, das Land jenseits des Spiesses, samt Ziegen- hain und Nidda umfasste 15 freie mit Schlössern versehene Städte: Marburg, Biedenkopf, Wetter, Frankenberg, Rauschenberg, Ge- münden a. d. Weser, Treysa, Ziegenhain, Schwarzenborn, Neu- kirchen, Alsfeld, Grünberg, Nidda, Giessen, Kirchhain; dazu kamen 7 verpfändete Städte: Ulrichstein, Schotten, Driedorf(⁰3), Staufen- berg(⁄½), Allendorf a. d. Lumda, Burggemünden, Homberg a. d. Ohm; ferner 7 freie Landesburgen: Blankenstein, Schönstein, Rom- rod, Altenburg bei Alsfeld, Hirzberg, Lissberg, Hessenstein a. d. Eder; ausserdem 11 verpfändete Landesburgen: Stormfels, Cleen, Hermannstein, Frauenberg, Nordeck, Merlau nebst Dorf Flensingen,