Aufsatz 
Bericht über drei Flugschriften / Hirschberg
Entstehung
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12. Reseript Königl. Provinzialschulcollegiums vom 3. April 1878, 8. 1488, den Preussischen Beamtenverein in Hannover betreffend.

III. Chronik des Gymnasiums.

Das neue Schuljahr begann am 11. April 1878 mit der Aufnahme-Prüfung.

Die Pfingstferien dauerten vom 20. bis zum 27. Mai.

Am 12. Juni fiel der Nachmittagsunterricht wegen zu grosser Hitze aus.

Eine Anzahl Schüler der oberen Klassen machte in Begleitung mehrerer Lehrer von Samstag den 23. Juni bis Montag den 25. Juni eine Turnfahrt nach dem grossen Feldberg, Frank- furt, Homburg, der Saalburg, Usingen und durch das Weilthal zurück. Unter Führung der übrigen Lehrer machten die anderen Schüler am 25. Juni einen grösseren Spaziergang nach Beilstein.

Am 1. September(Sonnabend) wurde das Sedanfest auf dem Wiersdörfer'schen Garten gefeiert. Die Ansprache hielt Herr Gymnasiallehrer Bielefeld.

Die Herbstferien dauerten vom 2. September bis zum 7. October.

Am 8. October Beginn ides Winter-Semesters und Einführung des Gymnasiallehrers Loeber.*)

Die Weihnachtsferien dauerten vom 22. December 1877 bis zum 6. Januar 1878.

Am 12. Januar 1878 fand durch Schüler des Gymnasiums in dem Deckerschen Saale eine Aufführung vonWallensteins Lager zu Gunsten des Nationaldenkmals auf dem Nieder- wald statt.

Ein braver Schüler des Gymnasiums, der Unterprimaner Robert Bickel aus Esch, starb in seiner Heimat den 26. Januar d. J., nachdem er durch Krankheit bereits seit Mitte De- cember am Besuch des Unterrichts verhindert worden war. Einige seiner Kameraden geleiteten ihn mit zu Grabe. Die ganze Anstalt aber hielt am 1. Februar zur Erinnerung an den Ver- storbenen in dem Decker'schen Saale eine Gedächtnissfeier ab. Lehrer und Schüler werden ihm ein gutes Andenken bewahren.

Die schriftliche Abiturientenprüfung**) für Ostern 1878 fand vom 7. bis zum 13. Mära statt.

*) J. Loeber ist geboren den 29. Oktober 1851 zu Hanau a. M.; er genoss den ersten Elementar- unterricht in den Vorschulklassen der Realschule daselbst. Hierauf besuchte er das Gymnasium ebendaselbst und verliess es Ostern 1869 mit dem Zeugnisse der Reife. Nachdem er vier Jahre auf, den Universitäten zu Marburg, Leipzig und Göttingen sich dem Studium der Philologie gewidmet hatte, auf letzterer bestand er das Examen pro facultate docendi wurde er dem Gymnasinm zu Rinteln zur Ableistung des Probejahres Ostern 1873 überwiesen und mit Versehung einer ordentlichen Lehrerstelle beauftragt. Im Herbste desselben Jahres ward er mit gleichem Auf- trage an die vollberechtigte höhere Bürgerschule zu Schmalkalden versetzt und daselbst durch Bestallungsurkunde vom 14. Dezember 1874 als ordentlicher Lehrer angestellt. Im Oktober 1875 folgte er einer Berufung als ordent- licher Lehrer an die Realschule seiner Vaterstadt; im Juni 1877 von dem Kgl. Provinzialschulcollegium zu- Cassel aufgefordert, eine ordentliche Lehrerstelle an dem Kgl. Gymnasium zu Dillenburg anzunehmen, trat er im Oktober in dieselbe ein.

**) Die Themata zu den schriftlichen Arbeiten waren: 1. Deutscher Aufsatz:Ueber den Einfluss Herders auf den Gang der deutschen Literatur- 2. Lateinischer Aufsatz:Cur Graeci, cum nec viribus nec bellica virtute inferiores essent, a Macedonibus liber- tatem suam defendere non potuerint.